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Mieterrechte: Was tun bei Wohnungsmängeln?

Heizung kaputt, Wasserschaden im Keller oder Ungeziefer in der Küche? Wenn ein Wohnungsmangel vorliegt, sollte sofort der Vermieter informiert werden - und den Schaden beheben. Bleibt er untätig, haben Mieter einige Druckmittel in der Hand.

Bei Wohnungsmängeln sollten Mieter umgehend ihren Vermieter informieren. Denn der ist dem Gesetz nach verpflichtet, die Schäden sofort zu beseitigen. Außerdem kann die rechtzeitige Reparatur des Schadens größere Folgeschäden verhindern.

Mietsache muss vertragsgemäß nutzbar sein

Nach der Rechtssprechung liegt ein Wohnungsmangel dann vor, wenn der Mieter die Mietsache nicht so nutzen kann, wie er es dem Vertrag nach erwarten darf, erläutert der Mieterverein München. Demzufolge müssen sich nicht nur sämtliche Räume der Wohnung einschließlich aller technischen Anlagen wie Heizung, Durchlauferhitzer oder Einbaugeräte in vertragsgemäßem oder gesetzlich vorgeschriebenen Zustand befinden, sondern auch die zur Mietsache gehörenden Nebenflächen wie Keller, Speicher und Garage.

Außerdem müssen sämtliche Gemeinschaftsbereiche wie Flure, Treppenhäuser, Innenhöfe oder Gärten so erhalten werden, wie dies bei Unterzeichnung des Mietvertrages der Fall war.

Vermieter sollte schriftlich informiert werden

Die Anzeige eines Wohnungsmangels an den Vermieter sollte unbedingt schriftlich erfolgen und mit einer angemessenen Frist zur Beseitigung verbunden sein. So sind Mieter für eventuelle spätere Auseinandersetzungen gewappnet. Ein Anruf beim Hausmeister oder Vermieter ist meist wenig Erfolg versprechend. Wichtig ist, schriftlich zu dokumentieren, wann der Schaden entstanden ist und welche Ausmaße er hat. Reagiert der Vermieter nicht umgehend, hat der Mieter einige Druckmittel in der Hand.

So kann er unter Umständen die Miete kürzen, um die Beeinträchtigungen zumindest finanziell auszugleichen. Er kann auch auf Herstellung des ordnungsgemäßen Zustandes klagen, die Mietzahlung vorübergehend ganz einstellen und sogar Schadensersatz fordern. Unter bestimmten Voraussetzungen darf der Mieter auch selbst die Handwerker holen und dem Vermieter die Kosten in Rechnung stellen, und im Extremfall kann er natürlich kündigen. Bevor Mieter allerdings zu solchen Maßnahmen greifen, sollten sie sich vom Mieterverein beraten lassen, raten die Experten. Bleibt der Vermieter trotzdem stur und verweigert die Reparatur, empfiehlt der Berliner Mieterverein, gegebenenfalls staatliche Behörden hinzuzuziehen. Das mache nicht selten Eindruck auf untätige Vermieter. Bei gravierenden Mängeln wie undichten Dächern, Heizungsausfall im Winter oder feuchten Wänden könne die Bauaufsicht eingeschaltet werden.

Mietkürzung als Druckmittel

Droht eine Gesundheitsgefahr, zum Beispiel durch Ungeziefer, ist das Gesundheitsamt die richtige Adresse. Für Geruchs- oder Lärmbelästigung durch Gewerbetreibende ist das Umweltamt zuständig. Sind die Nachbarn zu laut, kann statt der Polizei auch das Ordnungsamt eingeschaltet werden.

Diese Ämter werden die Schäden nicht beseitigen, aber sie können dazu beitragen, dass der Vermieter seine Verpflichtungen ernster nimmt. So droht die Bauaufsichtsbehörde bei schweren Verstößen sogar mit Bußgeldern.

Reiner Fischer/DDP / DDP