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Dank Mietpreisbremse: 4800 Euro gespart: Wie ein Berliner Pärchen die Miete halbierte

Die Mietpreisbremse gilt vielen als Papiertiger, doch für manche Mieter zahlt sie sich richtig aus. "Finanztest" hat mehr als 100 Fälle zusammengetragen, in denen Mieter erfolgreich die Miete senken konnten - und nun teils Tausende Euro im Jahr sparen.

Altbauwohnung in Berlin (Symbolbild)

Altbauwohnung in Berlin (Symbolbild)

Getty Images

Seit mehr als drei Jahren gibt es nun die , in mehr als 300 Städten und Gemeinden ist sie in Kraft. In diesen angespannten Wohnungsmärkten soll das Instrument dafür sorgen, dass Neuvermietungen maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Allerdings sind Neubauten von der Bremse ausgenommen, zudem scheuen viele Mieter einen Rechtsstreit, weshalb die Mieten weiter steigen.  

Dass die Mietpreisbremse im Einzelfall dennoch ein mächtiges Instrument sein kann, berichtet die Zeitschrift "Finanztest" in seiner aktuellen Ausgabe. 123 Fälle hat das Magazin zusammengetragen, in denen Mieter die Mietpreisbremse erfolgreich eingesetzt haben - und nun teils Tausende Euro im Jahr sparen.

Statt Mieterhöhung die Miete gesenkt

So wie ein Pärchen aus , das 2015 in eine Wohnung im Schillerkiez zog. Die Wohnung war zwar etwas heruntergekommen, dafür zentral gelegen, direkt am Tempelhofer Feld. 957,90 Euro kalt kostete die 90-Quadratmeter-Bude. Für die beiden okay. Allerdings war im Vertrag eine Staffelmiete vereinbart, die die Kaltmiete in drei Schritten auf 1157,90 Euro steigen lassen sollte. 

Als die erste Stufe anstand, hinterfragten die Beiden, ob die Miethöhe denn überhaupt mit der Mietpreisbremse in Einklang stünde. Denn tatsächlich war die im Vergleich mit der Nachbarschaft schon vorher zu hoch. Mit Hilfe des Anwaltsportals Wenigermiete.de erstritten sie nicht nur einen Stopp der Mieterhöhung, sondern sogar eine Senkung der Miete auf 557,90 Euro. Das macht eine Ersparnis von 4800 Euro im Jahr - die eigentlich anstehende Erhöhung noch gar nicht eingerechnet.

Jährliche Mietersparnis bis zu 6000 Euro

In der Hauptstadt scheinen Mieter derzeit besonders günstige Bedingungen für eine Durchsetzung der Mietpreisbremse zu haben. Von den 123 erfolgreichen Fällen, die "Finanztest" recherchiert hat, spielen mehr 100 in Berlin - wobei es in den meisten Fällen zu einer außergerichtlichen Einigung kam. Dazu kommen noch einige wenige Fälle aus Hamburg, Köln und anderen Städten. Die Mietersparnis liegt für die Betroffenen bei bis zu 6000 Euro im Jahr.

Die meisten Berliner Fälle gehen auf das Konto des jungen Portals Wenigermiete.de, das "Finanztest" als seriös einstuft. Das Unternehmen finanziert sich, indem es im Erfolgsfall die Mietersparnis für vier Monate einbehält. Darüber hinaus helfen aber auch Mieterschutzvereine und Mietrechtsschutzversicherungen dabei, die Preisbremse durchzusetzen, ohne auf den Rechtskosten sitzen zu bleiben.

Solch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, erscheint auch dringend nötig, denn das Feld bleibt für Mieter juristisch tückisch. So erklärte das Hamburger Landgericht erst vor wenigen Tagen die 2015 für die Hansestadt verhängte Mietpreisbremse für ungültig. Der Senat habe die Verordnung nicht ausführlich genug begründet, monierten die Richter. Damit Hamburger Mieter von der Preisbremse profitieren können, muss die Stadt nun erst eine neue Verordnung erlassen.

Den kompletten Artikel zum Thema lesen Sie auf www.test.de 

bak
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