Selbstauskunft beim Mietvertrag Das müssen Sie über sich verraten

Auch wenn es sich schwer verheimlichen lässt: Ob schwanger oder nicht, geht Ihren Vermieter nichts an
Auch wenn es sich schwer verheimlichen lässt: Ob schwanger oder nicht, geht Ihren Vermieter nichts an
© Colourbox
Mögen Sie Heavy Metal? Sind Sie Raucher? Was verdienen Sie? Solche und ähnliche Fragen können Ihnen vom künftigen Vermieter gestellt werden, wenn Sie auf Wohnungssuche sind. Wir sagen Ihnen, wann Sie bei den Antworten in der so genannten Selbstauskunft mogeln dürfen und wann nicht.

Die Wohnung ist toll, der Preis stimmt, aber der Vermieter zögert noch, Ihnen den Zuschlag zu geben. Eine sogenannte Selbstauskunft soll die Entscheidung bringen. Ein Dutzend Fragen zu Ihnen, Ihren persönlichen Verhältnissen und Hobbys werden gestellt. Am Ende des Papiers die Warnung, dass unwahre Angaben den Vermieter zur fristlosen Kündigung berechtigen.

Müssen Sie der alten Dame also wahrheitsgemäß sagen, dass Sie gern laut Heavy Metal-Musik hören? Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin sagt: Nein! Wirklich ehrlich beantwortet werden müssten nur solche Fragen, bei denen es um die Anzahl der einziehenden Personen und die finanzielle Sicherheit des Vermieters geht. Also keine falschen Angaben auf die Frage, ob Sie ein festes Arbeitsverhältnis haben , was Sie verdienen und ob Sie Privatinsolvenz angemeldet haben.

Mogeln erlaubt ist - laut Mieterbund - hingegen unter anderem bei folgenden Fragen:

Rauchen Sie?

Vorsicht Fangfrage! Wahrscheinlich hat der Vermieter Angst, Sie könnten ihm das Haus zuqualmen. Antworten Sie am besten mit "Nein".

Sind Sie schwanger?

Antworten Sie mit "Nein". Ihre Familienplanung geht den Vermieter nichts an.

Lieben Sie Tiere?

Auch hier sollten Sie vorsichtig sein und nicht gleich erzählen, dass Sie Hamster züchten. Viele Vermieter mögen keine Tiere. Wenn Sie erst mal in der Wohnung leben, kann Ihnen die Tierhaltung - bis auf Einzelfälle - nicht verwehrt werden.

Wie oft bekommen Sie Besuch?

Berichten Sie nicht gleich von den vielen Partys mit der Großfamilie Ihres italienischen Freundes. Sagen Sie, dass Sie auch gern mal Ihre Ruhe haben.

Sind Sie Mitglied im Mieterverein?

Vorsicht Fangfrage! Antworten Sie mit "Nein". Der Vermieter will wahrscheinlich nur wissen, ob sie im Ernstfall ein "schwieriger" Mieter sind, der jede Vermieteransage auf ihre Rechtsgrundlage hin prüft.

Können Sie neben der Mietkaution eine Bürgschaft bringen?

Behaupten Sie in diesem Falle "Ja". Das Gesetz verbietet Doppelsicherungen. Ihr Vermieter kann die Forderung deshalb später nicht durchsetzen.

Sind Sie religiös?

Antworten Sie ausweichend, dass Sie Religionen Anderer respektieren, aber selber nicht besonders gläubig sind. Ob Sie fünfmal am Tag Ihren Gebetsteppich ausrollen oder regelmäßig zur Kirche gehen, ist schließlich Ihre Privatsache und geht den Vermieter nichts an.

Waren Sie schon mal im Knast?

Auch bei der Beantwortung dieser Frage dürfen Sie mogeln. Es sei denn, sie wurden verurteilt, weil Sie Ihre Miete nicht gezahlt und den Vermieter verprügelt haben.

Hören Sie gern laute Musik?

Verneinen Sie diese Frage. Egal, ob schwerhöriger Klassikliebhaber oder Heavy-Metal-DJ: Was Sie für Musik hören, geht niemanden etwas an. Wie laut Sie Ihre Stereoanlage aufdrehen dagegen schon. Der Gesetzgeber schreibt für den Alltag maximal Zimmerlautstärke vor. Daran sollten Sie sich auch halten. Wenn nicht, sind Sie auf die Toleranz Ihrer Nachbarn und Vermieter angewiesen.

Manuela Pfohl

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