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Wohnungssuche: "Ihr könnt mich mal" - die Pöbel-Abrechnung eines Schwaben

Eine bezahlbare Wohnung in Stuttgart finden? Gar nicht so einfach. Ein Schwabe hat von den überhöhten Preisen die Nase voll - und schreibt sich seinen Frust in Form einer Anti-Wohnungsanzeige von der Seele.

Wer durch beliebte Viertel in , Berlin oder München läuft, kennt den Anblick. An Ampeln, Straßenlaternen oder Bäumen hängen die Zettel mit den verzweifelten Aufrufen: "Wohnung gesucht!" Möglichst zentral und trotzdem bezahlbar, am besten sofort - lautet meist der Wunsch. Manchmal wird sogar ein üppiger Finderlohn versprochen.

Ein Stuttgarter hat von der Bettelei um eine annehmbare Bude nun die Nase voll. Er schrieb sich seinen Gentrifizierungs- und Wohnungssuchfrust mit drastischen Formulierungen von der Seele - und hängte die Abrechnung wie ein Wohnungsgesuch an eine Ampel am zentralen Erwin-Schöttle Platz.

Abrechnung mit E-Bike-Spießern und Wucher-Vermietern

Unter der Überschrift "Ich suche keine Wohnung" pöbelt der Schreiber oder die Schreiberin gegen die Klientel, die im Kampf um die begehrten Wohnungen einfach immer die Nase vorne hat ("total nettes Paar beide Mitte 30 ohne in Festanstellung"). "Die sollen von ihren E-Bikes fallen und die ganzen verf***ten Chia-Samen aus dem A*** wieder rausbluten", flucht der erfolglose Wohnungssucher.

Auch die Vermieter mit ihren Wucherpreisen sind Ziel der Zettel-Tirade. Die sollen sich nämlich ihre Schuhschachtel für 20 Euro den Quadratmeter in ihre "Halbhöhenlagen-Breuningerstammkunden-Gelfrisur schmieren". Das Schreiben endet mit den Worten "Ihr könnt mich mal. Ich geh zurück auf die Alb." Statt Telefonnummer zum Abreißen gibt es weitere Beschimpfungen to go.

Ob die Wortwahl des unbekannten Schreibers angemessen ist, darüber lässt sich sicher streiten. Er dürfte damit aber die Befindlichkeit vieler Stadtbewohner treffen, die sich angesichts explodierender Mieten an den Rand gedrängt fühlen. In Großstädten wie Stuttgart, München, Frankfurt, Hamburg und auch Berlin sind die Mietpreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Vor allem in beliebten Vierteln in zentraler Lage ist bezahlbarer Wohnraum äußerst knapp geworden.

bak

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