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Neue Studie: Wohnungsnot ist auch in ländlichen Regionen angekommen

Wohnungen sind knapp - und das nicht nur in den Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Frankfurt. Auch ländliche Gebiete sind betroffen. In 138 Städten und Kreisen fehlen Wohnungen - also in einem Drittel aller Kommunen.

Wohnungsnot - auch abseits der Ballungsgebiete

Wohnungsnot in Berlin scheint längst Alltag. Doch auch abseits der Ballungsgebiete werden Wohnungen knapp.

Vor den Hauseingängen bei Wohnungsbesichtigungen bilden sich endlos lange Schlangen, die Bewerbungsunterlagen für eine neue Wohnungen sind detaillierter als bei mancher Jobbewerbung: Wer eine neue Wohnung sucht, trifft auf einen völlig überlaufenen Markt. Viel zu viele Bewerber ringen um wenig Wohnraum. Diese Szenen kennt man aus den nachgefragten Vierteln in Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt. Dolch offenbar ist die längst nicht mehr nur auf die Hipster-Kieze beschränkt. Auch ländlichen Regionen fehlen Wohnungen.

Wohnungsnot: Auch auf dem Land fehlt Wohnraum

Ein Drittel der regionalen Wohnungsmärkte leidet unter Wohnungsknappheit, so das Verbändebündnis Wohnungsbau, das sich auf eine Studie des Prognos-Instituts beruft. Der Gruppe gehören neben dem Mieterbund weitere Organisationen und Verbände der Bau- und Immobilienbranche an. Demnach soll die Wohnungsnot in 138 Städten und Kreisen angekommen sein. Laut dem Deutschen Mieterbund fehlen in Deutschland rund eine Million Wohnung. Und: Die Entwicklung scheint erst der Anfang zu sein. "Die Wohnungsampel steht auf Hell- oder sogar schon Dunkelrot", zitiert das "Handelsblatt" die Studie. So leiden die Wohnungssuchenden auch Leipzig, Trier, Offenbach oder Landshut - vor allem die ländlichen Räume um Ballungsgebiete sind von der stark gestiegenen Nachfrage betroffen. Dazu zählen beispielsweise das Münchener Umland, der südliche Oberrhein oder die Region Oberschwaben. 

Zu wenig bezahlbare Wohnungen gebaut

Generell werde "zu wenig und zu teuer gebaut", ist sich das Verbändebündnis Wohnungsbau einig. Konkret müssten demnach jährlich mindestens 400.000 neue Wohnungen gebaut werden, die Hälfte davon Mietwohnungen. Das Bündnis forderte dabei den Neubau von 80.000 Sozialwohnungen pro Jahr. Bund, Länder, und Kommunen müssten außerdem Bauland verbilligt bereitstellen und nicht wie oft üblich per Höchstpreisverfahren anbieten.

Laut der Studie sei der Wohnungsmangel vor allem in sieben Städten am schlimmsten. In Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Stuttgart könne sich eine vierköpfige Familie mit einem mittleren Nettoeinkommen von 2168 Euro weniger als 70 Quadratmeter Wohnfläche leisten - in Hamburg, Berlin und München sind es nicht einmal 60 Quadratmeter. 

kg

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