HOME

Arbeitnehmer: Psychostress treibt Krankenstand

Die Deutschen werden wieder häufiger krank. Nach Angaben des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen stieg der Anteil der Krankgeschriebenen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres. Dafür gibt es drei Gründe.

Etwa ein Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind BKK-Mitglieder. Damit dürfte der Gesamtkrankenstand 2007 erstmals seit zwölf Jahren wieder leicht gewachsen sein. Letztes Jahr hatte die durchschnittliche Fehlzeit pro Arbeitnehmer noch auf einem 30-Jahres-Tief von 12,4 Tagen gelegen. Allerdings bleibt der Krankenstand auf einem insgesamt niedrigen Niveau. Noch Anfang der 90er-Jahre war ein Arbeitnehmer mit durchschnittlich rund 24 Tagen im Jahr doppelt so häufig krank wie heute.

Für den Anstieg 2007 gibt es nach Meinung von Experten drei Gründe: Zum einen nimmt bereits seit Jahren die Zahl psychischer Erkrankungen aufgrund steigender Anforderungen am Arbeitsplatz zu. Noch bis vor Kurzem wurde dies durch einen Rückgang von klassischen körperlichen Leiden durch schwere Arbeit aufgefangen. Dieser Kompensationseffekt ist jedoch nun vorbei.

Auskurieren dank rosiger Aussichten

Zum Zweiten arbeiten heutzutage wieder mehr Ältere als noch vor etwa zehn Jahren, als viele ältere Beschäftigte relativ früh in Rente gingen. Ältere Arbeitnehmer werden häufiger krank als jüngere. Zu guter Letzt dürfte der Anstieg auch mit der guten Konjunktur zusammenhängen. Bei vergleichsweise rosigen Wirtschaftsaussichten - wie in diesem Jahr - erlauben sich Arbeitnehmer häufiger, etwa eine Erkältung komplett auszukurieren. Bei schlechter Konjunktur treibt die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz viele noch nicht wieder Gesunde früher ins Büro oder die Fabrik zurück.

Durch die starke Zunahme von Psychostress steigt auch der Krankenstand bei Akademikern und Managern, die eigentlich zu den gesündesten Berufsgruppen zählen. Ob Juristen, Ingenieure oder Unternehmensberater - all diese hoch qualifizierten Gruppen wiesen in den letzten Jahren einen überproportional starken Anstieg an Fehltagen auf. Zwar sind sie mit etwa drei oder vier Krankheitstagen pro Jahr immer noch sehr gesund. Die meisten Fehltage haben Müllmänner mit etwa 19 Tagen. Doch der Anstieg ist gewaltig. Bei einigen Berufsgruppen wuchs im vergangenen Jahr die Zahl der Krankentage um bis zu 50 Prozent. "Erholungspausen sind weggefallen, der Zeitdruck nimmt zu", sagte ein BKK-Sprecher. "Das hinterlässt inzwischen überall Spuren."

Psyche spielt bei Rückenbeschwerden große Rolle

Häufigste Krankheitsursache dürften auch in diesem Jahr wieder Muskel- oder Skelettbeschwerden wie Rückenleiden gewesen sein. Nach Meinung von Arbeitsmedizinern verbirgt sich aber auch dahinter oftmals eine psychische Belastung. "Der Rücken ist das Fieberthermometer der Befindlichkeit", sagte Andreas Tautz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin. Nur ein Fünftel aller Rückenbeschwerden hätte eine klassische körperliche Ursache, etwa einen Bandscheibenvorfall. Bei den übrigen 80 Prozent spielten auch Psychofaktoren wie Angst oder Anspannung eine Rolle. Menschen, die im Job sehr unzufrieden sind, haben zudem ein doppelt so hohes Herzinfarktrisiko wie zufriedene Arbeitnehmer.

Friederike von Tiesenhausen
Themen in diesem Artikel
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?