HOME

Verdienst-Check: Was verdient eigentlich ein DHL-Paketbote?

Meistens schimpfen Verbraucher über DHL-Boten: Pakete werden an kuriosen Orten hinterlegt, die Benachrichtigungskarte fehlt natürlich auch. Doch was verdienen die Paketfahrer eigentlich mit ihrem Job?

DHL-Paketbote liefert Paket aus

Ein DHL-Paketbote liefert ein Paket aus. Wie er dafür bezahlt wird, ist sehr unterschiedlich.

Die Benachrichtigungskarte liest sich wie eine vertrickte Schatzkarte. Nur ein Name, keine Hausnummer und das in einem dicht besiedelten Stadtteil. Wer sein Paket haben will, muss kreativ werden und sich auf Schatzsuche begeben. Immerhin: Eine Karte steckte im Briefkasten. Das ist leider auch nicht immer so. Man muss sich also über solche Kleinigkeiten freuen.

Online-Shopping ist zwar herrlich bequem, der Erhalt der Pakete ist es hingegen oftmals nicht. Zwischen all dem Geschimpfe auf die trotteligen Boten von , Hermes und Co. stellt sich allerdings schnell die Frage: Was verdienen die Lieferanten eigentlich mit ihrem Job? 

Was verdient ein DHL-Bote?

Bei DHL nachgefragt, heißt es dort: "In der Paketzustellung liegen die tariflich vereinbarten Stundenlöhne je nach Region zwischen deutlich über 10 und über 18 Euro zzgl. tarifvertraglicher Zulagen." Dazu gebe es in den meisten Regionen noch Weihnachts- und Urlaubsgeld. Laut der für Paketfahrer zuständigen Gewerkschaft DPVKOM steigt der Stundenlohn ab 1. Oktober 2017 auf mindestens 10,75 Euro pro Stunde. In der höchsten Stufe sind künftig 23,27 Euro pro Stunde fällig. Paketzusteller werden laut dem Tarifvertrag in der Entgeltstufe 3 geführt. Sie verdienen demnach ab Oktober als Einstiegsgehalt 2044 Euro brutto (in Vollzeit). Als einfacher Fahrer sind maximal 2668,66 Euro drin - und das auch erst ab dem 15. Berufsjahr.

Subunternehmer zahlen selten nach Tarif

Laut dem -Gewerkschaftssekretär Patrick Fois seien Deutsche Post AG und die DHL-Delivery GmbH tarifgebunden - doch Subunternehmer eben nicht. "Die Subunternehmer fallen da komplett durchs Raster, denn für diese gilt weder ein Tarifvertrag noch haben sie Betriebsräte, die darauf achten, ob die Vorschriften eingehalten werden", so Fois zur "Hessenschau". "Beschäftigte, die für Subunternehmer Pakete zustellen, sehen übrigens ähnlich aus wie DHL-Beschäftigte. Sie haben in der Regel einen kleinen Aufdruck "Servicepartner" auf den Jacken oder den Fahrzeugen."

Laut dem "NDR" würden die dort arbeitenden Mitarbeiter bis zu 14 Stunden am Tag arbeiten, bei einem Stundenlohn von manchmal gerade fünf Euro. Auch die "Zeit" berichtet von ähnlichen Zuständen. In der Vorweihnachtszeit seien Arbeitstage von 16 Stunden keine Seltenheit. Der Stundenlohn belaufe sich auf vier bis fünf Euro. "Das Einkommen von externen Mitarbeitern wird direkt von den externen Vertragspartnern geregelt, die sich Gesetzen und Vorschriften z.B. in Bezug auf Mindestlohn, Tarifverträgen und Arbeitszeiten verpflichtet haben", heißt es dazu von DHL auf stern-Anfrage.


kg