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Dossier: Arbeitszeugnisse selber analysieren

Was sollte und was darf nicht im Arbeitszeugnis stehen? Eine interessante Frage, denn nicht jeder positiv anmutende Satz bedeutet automatisch, dass Sie ein vorbildlicher Arbeitnehmer waren. Gut, wenn Sie die Geheim-Codes der Arbeitgeber kennen.

Wer die Gelegenheit hat, sollte sich ein Arbeitszeugnis selber schreiben. Wichtigster Punkt: Die Superlativ-Sprache der Personaler ohne Scham übernehmen.

Acht von zehn Chefs stimmen zu, wenn man ihnen vorschlägt, einen Entwurf für das Arbeitszeugnis selbst zu schreiben. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich glänzende Noten und damit gute Karten für die nächste Bewerbung geben.

Unterschiedliche Regeln beachten

Für Berufsneulinge mit bis zu fünf Jahren Joberfahrung gelten dabei andere Regeln als für Führungskräfte. Bei Einsteigern müssen alle Aufgaben vollständig aufgelistet sein. Im Zeugnis einer altgedienten Führungskraft dagegen wäre es fatal, wenn bis hin zu kleinen Routinetätigkeiten alles aufgeführt würde. "Das signalisiert, dass die beurteilte Person keine wirklich wichtigen Aufgaben hatte", warnt Jörn Hüsgen, Chefredakteur Junge Karriere. Bei längeren Beschäftigungsverhältnissen sollte eine Weiterentwicklung der Aufgaben und Verantwortungsbereiche erkennbar werden.

Fatale Folgen

Auch wenn die üblichen Zeugnis-Floskeln abgedroschen klingen, sollten sich Bewerber mit eigenen Formulierungen zurückhalten. Schon kleine Wortumstellungen können fatale Wirkungen haben. Ein Satz wie "sein Verhalten war ohne Tadel" wird von Personalchefs beispielsweise als versteckte Kritik verstanden und bedeutet, dass ein Mitarbeiter nicht ohne Tadel, sondern ohne Lob war und nur unterdurchschnittlich gearbeitet hat.

Umfassende Informationen bietet das Dossier "Arbeitszeugnis" von den Karriereexperten Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader.

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