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Arbeitszeugnis: Anspruch erlischt nach sechs Monaten

Der Anspruch eines Arbeitnehmers auf ein Arbeitszeugnis erlischt nach sechs Monaten. Firmen ist nicht zuzumuten, beliebig lange noch qualifizierte Wertungen über Ex-Mitarbeiter abgeben zu müssen.

Der Anspruch eines Arbeitnehmers auf ein Arbeitszeugnis oder dessen Berichtigung erlischt nach sechs Monaten. Das geht aus einem bekannt gewordenen Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Richter wiesen die Klage einer Verkaufsassistentin gegen ein Zeitarbeitsunternehmen auf Zeugnisberichtigung zurück (Az: 15 Ca 10684/03).

Obwohl das Arbeitsverhältnis bereits Ende 2000 gekündigt worden war, hatte die Arbeitnehmerin erst drei Jahre später wegen des Zeugnisses geklagt. Einem Unternehmen sei nicht zuzumuten, beliebig lange nach dem Ende einer Zusammenarbeit noch qualifizierte Wertungen über Arbeitnehmer abgeben zu müssen, argumentierte das Gericht.

Nicht nur fachliche Qualität betonen

Außerdem dürfen Arbeitgeber in einem Zeugnis nicht nur die fachliche Qualität eines Mitarbeiters hervorheben, wenn durch Weglassen anderer Aspekte der Eindruck von Schwächen entsteht. Das geht aus einem veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichtes (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz hervor (Az.: 6 Sa 954/03). Zugleich machten die Richter deutlich, dass in das Zeugnis nur signifikante Tätigkeiten aufgenommen werden müssten.

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage des Angestellten einer Bundesbehörde teilweise statt. Der Kläger hatte sich unter anderem gegen die Formulierung "fachlich entsprach er den Anforderungen und Erwartungen in jeder Hinsicht" gewandt und das Streichen des Wortes "fachlich" verlangt. Ansonsten könne der Eindruck entstehen, dass er in anderer Hinsicht nicht den Erwartungen entsprach. Das LAG folgte dem Kläger in diesem Punkt. Insoweit werteten die Richter das Arbeitszeugnis als lückenhaft. In einem anderen Punkt zur angeblichen Übernahme von Leitungsfunktionen scheiterte der Kläger indes.

DPA / DPA
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