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Gründung: Franchising-Systeme auf dem Vormarsch

Franchising ist der Weg in die Selbständigkeit mit einem "Sicherheitsnetz". Denn der Gründer übernimmt ein bereits erfolgreiches Business-Konzept.

Beim Franchising kauft sich ein Existenzgründer in ein schon am Markt etabliertes System ein und macht sich damit selbständig. Der sogenannte Franchise-Nehmer bleibt dabei rechtlich selbständig. Er trägt zwar das Geschäftsrisiko, betreibt aber das Geschäft unter der Firma des Franchise-Gebers. Der Nehmer stellt sein Kapital und seine Arbeitskraft zur Verfügung und bezieht seine Ware vom Franchise-Geber oder vorgeschriebenen Dritten. In den meisten Fällen muss er Kontrollen durch den Franchise-Geber dulden und ihn ständig informieren. Im Gegenzug liefert der Franchise-Geber den etablierten Markennamen, das Know-how und das Marketing. In Schulungen, Training und Beratung macht er den neuen Existenzgründer fit für die Selbständigkeit. Bekannte Franchise-Unternehmen in Deutschland sind zum Beispiel McDonald, Benetton und der Body-Shop.

Franchising in den Medien

Obwohl Franchise-Geber das Marketing für die –nehmer übernehmen, nutzen wenige Franchise-Systeme die Chance, ihre Bekanntheit durch die Medienarbeit zu erhöhen, so das Fazit einer Monitoring-Studie der Kommunikationsagentur muehhaus & moers. Die Studie beschäftigt sich mit dem Standing des Franchisings in der bundesdeutschen Presse. Die Agentur wertete im Zeitraum Januar bis Dezember 2002 mithilfe eines Ausschnittdienstes 2.800 Zeitungen und Zeitschriften aus und analysierte Quantität und Qualität der Beiträge.

Die Ergebnisse auf einen Blick

Obwohl im Vergleich zum Vorjahr das Thema Franchising stärker in der Presse berücksichtigt wurde (elf Prozent Steigerung), fand die Agentur heraus, dass die Franchise-Geber bei der Kommunikationsarbeit sparen. Die Zahl der Systeme, über die berichtet wurde, sank 2002 um mehr als 50 Prozent: Nur rund 236 Franchise-Systeme fanden in der Presse Beachtung (2001: 500 Unternehmen). Nur fünf Prozent, das entspricht 46 Unternehmen, der angeblich 900 deutschen Franchise-Systeme tauchten mehr als einmal in den Medien auf. Franchise-Systeme verschenken also scheinbar massiv Veröffentlichungschancen. Fazit: Kontinuierliche Medienarbeit der Branchenunternehmen scheint eher die Ausnahme zu sein.

Rund 3.000 Artikel wurden gewertet

Von Januar bis Dezember vergangenen Jahres wurden 1.000 regionale und überregionale Tageszeitungen, 600 Publikumszeitschriften und Wochenzeitungen, 1.200 Fach- und Kundenzeitschriften sowie Supplements ausgewertet. Die Medien Fernsehen, Rundfunk und Online-Dienste wurden in der Studie nicht berücksichtigt. Inhaltlich wurden alle Texte gewertet, in denen die Begriffe "Franchise“ und "Franchising“ vorkamen. Franchise-Geber-Nennungen wurden nur gewertet, wenn in dem Bericht ausdrücklich auf das System des Gebers hingewiesen wurde. So wurden zum Beispiel im Falle McDonald viele Veröffentlichungen nicht gewertet, weil nur der Aktienkurs des Unternehmens im Vordergrund stand.

So kann es gehen

Laut Studie ist prinzipiell die Bereitschaft der Presse, über Franchising zu berichten, vorhanden. Allerdings muss man Journalisten auch berichtenswerten Stoff liefern. Eine Vielzahl von Themen liegt direkt in den Unternehmen: Umsatzmeldungen, Partner-Porträts, Personalien, Neueröffnungen. Die Erfahrungen zeigen, dass aktive Medienarbeit ein Franchise-System bei potenziellen Partnern bekannter macht, die Expansion beschleunigt und Vertrauen bei Banken und öffentlichen Institutionen schafft. Vorteile einer effektiven Pressearbeit ergeben sich auch für die Menschen im Unternehmen: das Zusammengehörigkeitsgefühl von Mitarbeitern und Franchise-Partnern kann nachhaltig gestärkt werden.

Katarina Rathert
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