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KARRIERE: Netzwerke fördern die Karriere

Kontakte und Informationen sind für die Karriere Gold wert. Netzwerke dienen dazu, Beziehungen aufzubauen und Informationen auszutauen. Sind diese Netzwerke auch noch virtueller Art, kommt noch ein entscheidender Vorteil dazu: die Unabhängigkeit von Zeit und Raum.

»Gründerinnen haben keine Zeit. Daher ist ein Existenzgründerinnenstammtisch jeden zweiten Dienstag um 20.00 Uhr am anderen Ende der Stadt eine gute Idee, aber nicht wirklich praktikabel«, meint die selbstständige IT-Analystin Brigitte Lüdecke. Auf Grund dieser Erkenntnis hat die Soziologin aus Berlin das virtuelle Frauennetzwerk Mediacoaching für Frauen in der Medienbranche gegründet.

»Es ist ein gemeinsames Experiment, wie weit virtuelle Kommunikation geeignet ist, Kontakte zu knüpfen, sich ins Gespräch zu bringen und Geschäftsbeziehungen aufzubauen.« Bisher ist Brigitte Lüdecke sehr zufrieden, auch wenn es, wie sie betont, viel Eigeninitiative und auch etwas Geld gekostet hat.

Mediacoaching ist eine so genannte Mailingliste, die bundesweit rund 280 Mitglieder umfasst. Die Kommunikationsteilnehmer müssen sich bei einem E-Mail-Server anmelden. Dann können sie selbst Beiträge einschicken, die an alle anderen Abonnenten verteilt werden. Erst wenn die Netzwerkmitglieder sich auch auf den Internetseiten präsentieren und einen Link zu einer Homepage einstellen, fallen Gebühren an. Aus dem Netzwerk wird dann eine virtuelle Stadt, wie schon unter woman-up.

Eine andere Technik für virtuelle Netzwerke sind Foren, in denen Mitteilungen veröffentlicht werden können. Die Antwort auf einzelne Nachrichten erfolgt über E-Mail, geht aber nur an den Absender. So können Frauen im Klüngel-Treff berufliche Kontakte knüpfen, aber auch Rezepte oder Anlagetipps austauschen.

Internet-Communities sind überwiegend männlich

»Die Kultur des Klüngelns ist bei den Frauen noch viel zu wenig ritualisiert«, sagt die Netzwerk-Gründerin Anni Hausladen aus Köln. »Es ist beim Klüngeln selbstverständlich, dass man gibt, um auch etwas zu bekommen - und sei es einen Tipp, eine Provision oder eine Kinokarte.« Kontaktpflege und Small Talk ist nach Einschätzung Anni Hausladens ein wichtiger Schritt zur Karriere: »Erfolg habe ich dann, wenn andere mich weiterempfehlen«, sagt sie.

Männer müssen virtuell nicht draußen bleiben: In berufsspezifischen Netzwerken wie Jo!Net für Journalisten oder i-worker für Internetprofis sind sie aktiv. Und bei den Newsgruppen sind sie oft in der Mehrzahl: »Die Internet-Communities sind überwiegend männlich«, meint Brigitte Lüdecke.

Berufsübergreifend ist das Internet für Berufseinsteiger und Existenzgründer ein geeignetes Medium der Vernetzung. So gibt es unter alumni-clubs.de an die 100 Netzwerkadressen für Hochschulabsolventen. Und von mehr als 500 Aktivitäten für Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen berichtet Martina May, Projektmanagerin beim virtuellen Unternehmerinnenforum u-netz in Essen.

Wie viele darunter reine Netzwerke und wie viele virtuell sind, ist kaum zu sagen. »Ist aber auch gar nicht nötig«, sagt die Münchner Journalistin Kirsten Wolf. »Es ist ein Mythos zu glauben, alles gehe nur noch über das Internet. Irgendwann fangen auch die virtuellen Netzwerke an, sich real zu treffen.«

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