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Leere Geldbeutel: Inflation frisst Löhne auf

Wie gewonnen, so zerronnen: Obwohl 2008 die Löhne so stark erhöht wurden wie seit 13 Jahren nicht mehr, blieb den deutschen Arbeitnehmern letztlich weniger Geld in den Taschen als zuvor. Schuld daran ist die hohe Inflation. Doch nun soll es besser werden.

Eigentlich hätten die deutschen Arbeitnehmer im vergangenen Jahr Grund zum Jubeln gehabt: Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden errechnete mit durchschnittlich 2,3 Prozent die stärksten Lohnerhöhungen seit 1995. Damals betrug das Plus 3,1 Prozent. Die Bruttoverdienste stiegen 2008 auf im Schnitt 27.754 Euro im Jahr. Trotzdem machten sich die Erhöhungen nicht in den Geldbeuteln der Bürger bemerkbar. Die hohe Inflationsrate von 2,6 Prozent zehrte den Lohnzuwachs auf, real sanken die Verdienste um 0,3 Prozent.

Für das laufende Jahr rechnen Experten allerdings mit einem realen Lohnzuwachs. "Die Verdienste dürften um etwa 2,5 Prozent zulegen, die Inflationsrate aber nur bei 0,7 Prozent liegen", sagte der Konjunktur-Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Christian Dreger. Das stärke die Kaufkraft.

Den im Vergleich zu den höheren Tarifabschlüssen (2,8 Prozent) geringeren Anstieg der Verdienste im vergangenen Jahr begründeten die Statistiker mit dem massiven Abbau von Überstunden und mehr Kurzarbeit seit Einsetzen der Wirtschaftskrise.

Reuters/DPA / DPA / Reuters
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