news Der Fotograf


Mit 13 kam Enver Hirsch die Idee, Fotograf zu werden. Er spielte mit »Krieg-der-Sterne-Figuren«, baute Asteroiden und Kraterlandschaften aus Pappmaché, und weil er das Ganze irgendwie festhalten wollte, lieh er sich die Kamera vom Onkel. Nach dem Zivildienst studierte er am britischen Bournemouth and Poole College of Art and Design Fotografie. »Ich wollte an keine deutsche Hochschule«, sagt Hirsch, »weil damals die Studenten alle so fotografieren mussten wie ihre Professoren.« Nach dem Studium war er »auf der künstlerischen Schiene unterwegs«, bis ihm Redakteure der Zeitschrift »Tempo« bei einer seiner Ausstellungen vorschlugen, es mal mit Magazin-Journalismus zu versuchen. Über einen Mangel an Aufträgen kann er sich nicht beklagen, viele sind für ihn aber nur Jobs. »Das, was ich am liebsten mache, gibt es in deutschen Magazinen kaum noch: das Erzählen von großen Geschichten, die klassische Reportage.« Auch Werbung fotografiert er, er hat Telefonanbieter, Schuhhersteller und Versicherungen ins rechte Licht gerückt. Spaß machen ihm solche Aufträge nur selten: »Wenn zehn Leute mir ständig sagen, was ich tun soll, ist mir das zu anstrengend«, erklärt Hirsch, »In der Werbung verdient man viel Geld, aber man zahlt dafür einen hohen Preis.«

Asmus Hess


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