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Pflichtverletzung: Untreuer Mitarbeiter muss Detektivkosten zahlen

Auf Mitarbeiter, die ihren Job schwer vernachlässigen, darf der Chef nicht nur einen Privatdetektiv ansetzen. Sie müssen unter Umständen sogar für die entstandenen Kosten aufkommen.

Auf Mitarbeiter, die ihren Job schwer vernachlässigen, darf der Chef nicht nur einen Privatdetektiv ansetzen. Sie müssen unter Umständen sogar für die entstandenen Kosten aufkommen. Darauf weist der Bonner Informationsdienst "Arbeitsrecht kompakt" unter Berufung auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln hin.

In dem Fall hatte ein Arbeitnehmer jahrelang während der Arbeitszeit nicht nur Bankgeschäfte erledigt, sondern auch nebenberuflich Zigarettenautomaten aufgefüllt, was der Arbeitgeber ihm jedoch mittels eines Detektivs nachweisen konnte. Die Richter bestätigten nicht nur die Rechtmäßigkeit der Kündigung, sie verurteilten den Arbeitnehmer auch zur Übernahme der notwendigen Detektivkosten.

Allerdings muss nach Angaben des Informationsdienstes bei derartigen Regressansprüchen ein konkreter Verdacht bestehen, der sich auch bestätigt. Zudem müsse nachgewiesen werden, dass Beweise, die auch vor Gericht Bestand haben, nur durch den Einsatz eines Detektivs erlangt werden konnten. Und die entstandenen Kosten müssten in angemessenem Verhältnis zur aufzuklärenden Pflichtverletzung stehen.

Aktenzeichen: Az6 (3) Sa 194/03

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