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Weiterbildung: Frauen wollen lernen

Frauen in Führungspositionen setzen auf ihre Weiterbildung. Allerdings erhalten die wenigsten von ihren Arbeitgebern Unterstützung.

Frauen auf dem Chefsessel setzen auf Weiterbildung - vor allem wollen sie ihre Führungskompetenz trainieren. Das ergab eine Umfrage der Akademie für Führungskräfte in Kooperation mit dem internationalen Management-Netzwerk EWMD (European Women's Management Development International Network). Über die Hälfte (54,9 Prozent) von 270 befragten Führungsfrauen sind der Meinung, dass Leadership-Training am wichtigsten und förderlichsten für die Karriere ist. Auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand (37,8 Prozent) Verhandlungskompetenz.

Insgesamt führen Themen und Inhalte, die zur Steigerung der persönlichen Kompetenz beitragen und die "Soft Skills" trainieren, die Wunschliste der Managerinnen an. Das Interesse an so genannte Hard Facts ist weniger vorhanden: Nur 13,7 Prozent entschieden sich für Controlling- und Finanzthemen. Und Seminare mit EDV-Inhalte werden kaum nachgefragt (11,1 Prozent).

Lernen mit oder ohne Männer?

Nur 18,9 Prozent der Frauen erhalten in ihren Unternehmen oder mit Unterstützung des Arbeitgebers die Gelegenheit, ein Seminar speziell für Frauen zu besuchen. Das stimmt nicht jede traurig: Immerhin 32,6 Prozent glauben, dass es keinen Grund für Seminare speziell für Frauen gibt. Dass Frauen im Seminar "andere Themen haben" als ihre männlichen Management-Kollegen glauben 54,6 Prozent. Noch mehr (71,2) sind deshalb der Meinung, dass der Männer-Ausschluss in Seminaren nur bei bestimmten Themen Sinn mache.

"Es gibt viele Themen, für die Seminare ausschließlich für Frauen durchaus Sinn machen können, weil die Atmosphäre dann offener ist und die Teilenehmerinnen vor allem voneinander lernen können", kommentiert Gabriele Hantschel, internationale Präsidentin des EWMD, das Umfrageergebnis: "Eines sollten Frauen-Seminare im Business aber auf keinen Fall sein: Jammerzirkel und Beileidsgruppen."

Der Anteil der Frauen, die ihre Weiterbildung aus eigener Tasche finanzieren, ist der Studie zu Folge mit 30,7 Prozent auffallend hoch, auch wenn in den meisten Fällen (63,7 Prozent) immer noch der Arbeitgeber das Seminar oder die Fortbildung finanziert. Mischformen, in denen sich Mitarbeiterin und Arbeitgeber die Bildungskosten (Seminargebühren, Hotel, Reisespesen) teilen, sind dagegen relativ selten (3,2 Prozent). Nur vereinzelt haben die Frauen andere "Bildungssponsoren" wie zum Beispiel Verbände oder Fachgesellschaften gefunden.

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