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Social Media Jack Dorsey kehrt an die Spitze von Twitter zurück


Bislang galt er nur als Übergangschef, jetzt ist er wieder voll im Amt: Jack Dorsey, Mitbegründer von Twitter, kehrt dauerhaft auf den Chefsessel zurück. Das Unternehmen hat mit Problemen zu kämpfen.

Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey kehrt dauerhaft an die Spitze des kriselnden Online-Kurzbotschaftendienstes zurück. Der Verwaltungsrat habe den bisherigen Übergangschef Dorsey Ende September im Amt bestätigt, erklärte das US-Unternehmen am Montag in einer Börsenmitteilung. Der 38-Jährige werde auch weiter dem Verwaltungsrat angehören, die Leitung dort aber abgeben. Außerdem behalte Dorsey den Chefposten des ebenfalls von ihm gegründeten Finanzdienstleisters Square.

Twitter hatte zuletzt enttäuschende Geschäftsberichte vorgelegt und die Nutzerzahl seit dem Börsengang im Herbst 2013 nicht so stark steigern können wie erwartet. Im Juli war Dorsey zunächst als Interimschef zurückgekehrt, nachdem der bisherige CEO Dick Costolo seinen Rücktritt eingereicht hatte. Dorsey war bereits zwischen 2007 und 2008 Twitter-Chef. Den Angaben zufolge verzichtet er auf ein Gehalt für den Führungsposten. 

Dorsey: aufregender Tag

"Das ist für mich wirklich ein sehr aufregender Tag", sagte Dorsey in einer Telefonkonferenz. Anleger begrüßten die Entscheidung, die Twitter-Aktie stieg im Frühhandel am Montag um rund drei Prozent auf mehr als 27 Dollar. Unterstützung bei der Unternehmensführung erhält Dorsey von Adam Bain, der sich bislang um die Werbeumsätze kümmerte und nun das Tagesgeschäft leiten soll.

Twitter hat nach eigenen Angaben weltweit gut 300 Millionen aktive Mitglieder. Seit seiner Gründung hat das soziale Netzwerk noch keinen Gewinn gemacht. Von April bis Juni schrieb das Unternehmen einen Verlust von 137 Millionen Dollar (153 Millionen Euro).

Dorsey räumt Wachstumsprobleme ein

Ende Juli hatte Dorsey Wachstumsprobleme eingeräumt. Neue Angebote von Twitter hätten sich bisher nicht wie gewünscht in einer höheren Nutzerzahl niedergeschlagen, sagte er. "Das ist inakzeptabel und wir sind darüber nicht glücklich." Finanzchef Anthony Noto erklärte damals, nennenswertes Wachstum sei für einen "erheblichen" Zeitraum nicht zu erwarten. Im Bemühen um neue Nutzer hob Twitter im August die Beschränkung auf 140 Zeichen bei privaten Textnachrichten auf. Seitdem wird spekuliert, ob die Grenze bald auch bei öffentlichen Tweets fallen könnte.

tis

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