Mannesmann-Prozess Urteil kommt wohl im Juli


Im spektakulären Mannesmann-Prozess rückt die Entscheidung näher: Nach fünf Monaten Prozessdauer hat das Düsseldorfer Landgericht am Mittwoch die Beweisaufnahme beendet.

In der kommenden Woche beginnen die Schlussvorträge, mit der Urteilsverkündung ist im Juli zu rechnen. Verteidigung und Staatsanwaltschaft wollen jeweils zwei Tage lang ihre Plädoyers halten. Anschließend haben die Angeklagten das letzte Wort. Die Verteidiger zeigten sich am Mittwoch zuversichtlich, dass ihre Mandanten freigesprochen werden. Dies hatte die Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Brigitte Koppenhöfer bereits im März in einer Zwischenbilanz in Aussicht gestellt. Bislang sind in dem spektakulären Wirtschafts-Strafprozess 32 Verhandlungstage absolviert.

Bisher keine strafrechtlichen Verstöße

Die Staatsanwälte haben die prominenten Manager und Gewerkschafter wegen der Ausschüttung von fast 60 Millionen Euro Prämien und Pensionsabfindungen im Zuge der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone angeklagt. Die Prämien waren vom Aufsichtsrats-Präsidium des Mannesmann-Konzerns abgesegnet worden. Dies hält die Staatsanwaltschaft für Untreue. Die Angeklagten hätten ihre Pflicht zu einem treuhänderischem Umgang mit dem Konzernvermögen verletzt.

Das Gericht hatte zwar aktienrechtliche Verstöße moniert, aber bei seiner Zwischenbilanz keine strafbaren Handlungen festgestellt. Auf der Anklagebank sitzt neben Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser unter anderen auch der ehemalige IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel. (dpa)

DPA

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