4000 Jobs Telekom erwägt erstmals Kündigungen


Die Deutsche Telekom wird in ihrer Geschäftskundensparte weltweit 4000 Stellen streichen. Novum bei dem Dax-Konzern: Erstmals in der Firmengeschichte könnte es auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen.

Bei der Deutschen Telekom drohen erstmals in größerem Umfang betriebsbedingte Kündigungen. Der IT-Dienstleister T-Systems startet im September ein Abfindungsprogramm in Deutschland, teilte das Unternehmen in Bonn mit.

Konzern-Personalvorstand Thomas Sattelberger schließt in dem Zusammenhang betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. "Sollten die sozialverträglichen Maßnahmen allerdings nicht ausreichen, kann ich in letzter Konsequenz betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen", sagte er in einer Mitteilung.

Die Gewerkschaft ver.di bezeichnete die Äußerung als "unglaubliche Provokation". "Der Konzernvorstand hat offenbar die letzten Hemmungen verloren. Er will wohl die Öffentlichkeit an Kündigungen gewöhnen, um sich vor sozialverträglichen Lösungen zu drücken", sagte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder laut Mitteilung. Es sei völlig überflüssig, dass sich der Konzernvorstand in die Angelegenheiten des eigenständigen Tochterunternehmens einmische. "Umbau muss vor Abbau gehen", sagte Schröder.

T-Systems-Chef Reinhard Clemens hatte bereits im März angekündigt, jedes Jahr 3000 bis 4000 Stellen in der Sparte streichen zu wollen. Weltweit arbeiten mehr als 56.000 Beschäftigte für T-Systems. Die Sparte betreibt Rechenzentren, bietet Informations- und Kommunikationstechnik an oder entwickelt Anwendungen.

Die Höhe der geplanten Abfindungen richteten sich nach Alter und Betriebszugehörigkeit. Das Angebot gelte für Mitarbeiter mit und ohne Führungsaufgaben. "Angesichts des Umfangs der notwendigen Veränderungen ist das Abfindungsprogramm für die Beschäftigten eine überlegenswerte, faire und sehr schnell zu ergreifende Alternative", ergänzte T-Systems-Personalchef Matthias Schuster. Bis zum Februar 2009 könnten die Mitarbeiter von dem Angebot Gebrauch machen. Der Stellenabbau sei Teil des laufenden Sparprogramms, mit dem T-Systems seine Kosten bis zum Jahr 2010 um rund 800 Millionen Euro senken will.

T-Systems leidet nach Einschätzung von Branchenkennern unter einem harten Wettbewerb, in dem sich das Unternehmen mit seiner Kostenstruktur im Hintertreffen sieht. Um wettbewerbsfähige Preise bieten zu können, ging T-Systems unter anderem eine Kooperation mit dem amerikanisch-indischen Konzern Cognizant Technology ein. Im Jahr 2007 erwirtschaftete T-Systems mit rund 56.500 Mitarbeitern einen Umsatz von zwölf Milliarden Euro.

DPA DPA

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