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90.000 Jobs in Gefahr: Jedem zweiten Autohändler droht Insolvenz

Noch laufen die Geschäfte der Autohändler in Deutschland gut, doch einer Studie zufolge wird sich das bald ändern. Mit dem Ende der Abwrackprämie werde das Geschäft rapide einbrechen. Dann sei die Hälfte der Händler von Insolvenz bedroht und Zehntausende Jobs in Gefahr.

Mit dem Auslaufen der Abwrackprämie sind in der deutschen Autoindustrie laut einer Studie mehr als 90.000 Jobs in Gefahr. Nach einer Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger, die der "Welt" vorliegt, wird die Zahl der Insolvenzen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette deutlich steigen.

Besonders schwierig ist demnach die Situation für die Autohändler, "Wenn die Abwrackprämie ausläuft, ist fast jeder zweite deutsche Händler akut von Insolvenz bedroht", wird Ralf Landmann von Roland Berger zitiert. Bis zu 30.000 Stellen könnten dort wegfallen.

In diesem Jahr würden die Händler dank der Abwrackprämie mehr Autos verkaufen werden als 2008. Dies sei aber nur ein Vorzieheffekt, der die Händler wie ein Bumerang treffen werde. Landmann zufolge bedrohen Nachfragerückgänge und sinkende Renditen dabei "vor allem die großen Händlergruppen, die in den vergangenen Jahren eigentlich alles richtig gemacht haben". Ausgerechnet die Unternehmen, die viel Geld in das eigene Wachstum investiert hätten, litten nun unter der Kreditklemme und müssten um ihre Existenz bangen, sagte er dem Blatt.

Im Vergleich zu Autohäusern in den Vereinigten Staaten etwa schneiden die deutschen Händler in Bezug auf Größe und entsprechend auch beim Absatz schlechter ab: Während Händler in den USA im Schnitt 700 Neuwagen pro Jahr absetzen, kommen hiesige Häuser durchschnittlich auf 120 bis 180. Zwar variierten die Absatzzahlen deutscher Händler mitunter sehr, "um profitabel arbeiten zu können, müssten deutsche Anbieter aber ähnliche Verkaufszahlen anstreben wie die Händler jenseits des Atlantiks", sagte Landmann.

AP / AP