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Abfindungen: Nokia verschickt 1800 Kündigungen

Ende Juni werden die Tore des Nokia-Werkes in Bochum endgültig geschlossen. Was mit den 2300 Mitarbeitern des Handy-Herstellers geschehen wird, hat der Betriebsrat jetzt bei einer Belegschaftsversammlung mitgeteilt: 1838 von ihnen werden gekündigt.

Ab Mitte Mai erhalten 1838 der rund 2300 Beschäftigten des Ende Juni schließenden Nokia-Werks in Bochum die Kündigung. Das teilte der Betriebsrat nach einer Belegschaftsversammlung mit. Ebenso wie die Regelungen für die restlichen Mitarbeiter: 49 Mitarbeiter haben einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. 242 können für zwei andere Firmen weiterarbeiten. 84 übernimmt die Nokia Deutschland-Zentrale in Düsseldorf. Die restlichen rund 85 Beschäftigten sind bereits in Altersteilzeit, die von Nokia weitergeführt wird.

Betriebsrat und Geschäftsleitung hatten sich vor zwei Wochen auf Eckpunkte eines Sozialplans geeinigt. Er hat ein Volumen von 200 Millionen Euro. Demnach beträgt die höchste mögliche Abfindung 220.000 Euro plus Sozialzuschläge. Niemand werde weniger als 10.000 Euro erhalten. Das Bochumer Nokia-Werk soll zum 30. Juni geschlossen werden. Die ersten Kündigungen würden mit der Schließung wirksam, die letzten spätestens Ende des Jahres.

Weiterhin ein Skandal

Alle gekündigten Mitarbeiter können nach Ablauf ihrer Kündigungsfrist für bis zu zwölf Monate in eine Transfergesellschaft wechseln, die sie bei der Suche nach neuer Arbeit unterstützt. Die Abfindungen für die Mitarbeiter sind abhängig von der Zeit der Betriebszugehörigkeit, dem Lebensalter und dem monatlichen Tarifgehalt. Zudem wurden verschiedene Sozialzuschläge vereinbart. Laut einer Beispielrechnung gibt es demnach für eine 42-jährige Fachkraft, die 13 Jahre zum Betrieb gehörte, einen Abfindungsbetrag in Höhe von etwa 83.000 Euro. Für die Auszubildenden sei auch die Fortführung ihrer Ausbildung in einem anderen Betrieb gesichert, hieß es.

Die Bevollmächtigte der IG Metall in Bochum, Ulrike Kleinebrahm, sagte, es sei weiterhin ein Skandal, einen profitablen Standort zu schließen. Kein Sozialplan könne den Verlust des Arbeitsplatzes auffangen. "Abfindungen mildern allenfalls die finanziellen Folgen." Man habe nur mit dem Druck der Belegschaft und der breiten öffentlichen Solidarität gegenüber Nokia die erreichten Sozialplanleistungen durchsetzen können.

DPA/AP / AP / DPA
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