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Für Mittelstreckenflugzeuge: Airbus macht mit Bombardier gemeinsame Sache

Airbus will sein Angebot im Mittelstreckensektor ausbauen und ist dafür beim Flugzeugbauer Bombardier eingestiegen. Der kanadische Hersteller soll vor allem von den Vertriebsstrukturen des europäischen Partners profitieren.

Airbus beteiligt sich an Bombardiers C-Serie

Die Beteiligung von Airbus an Bombardiers C-Serie soll die Herstellungskosten der Mittelstreckenflugzeuge deutlich senken

Airbus-Chef Tom Enders sprach von einer "Win-Win"-Vereinbarung mit Bombardier, dessen Chef Alain Bellemare lobt das europäische Unternehmen als "perfekten Partner": Am Montagabend verkündeten die Konzerne, die Produktion der Mittelstreckenflugzeuge des kanadischen Herstellers zukünftig gemeinsam zu bestreiten. Airbus ist dafür mit einem Mehrheitsanteil in das Programm von Bombardier eingestiegen.

Die C-Serie mit 100 bis 150 Plätzen vervollständigt das Angebot von Airbus im Mittelstreckensektor, in dem der A320 mit rund 140 Plätzen rangiert. Produktionsstandort für die C-Serie bleibt das kanadische Québec.

US-Hersteller Boeing gegen Bombardier 

Die Vereinbarung zwischen Airbus und Bombardier dürfte nach Angaben der Unternehmen die Herstellungskosten der C-Serie deutlich verringern, außerdem könne Bombardier von den weltweiten Vertriebsstrukturen seines europäischen Partners profitieren. Enders erklärte, er habe "keinen Zweifel, dass unsere Zusammenarbeit mit Bombardier die Verkäufe und den Wert dieses Programms enorm steigern werden".

Die spektakuläre Annäherung erfolgte vor dem Hintergrund eines Handelskriegs zwischen Bombardier und den US-Behörden. Diese haben dem kanadischen Konzern für den Verkauf der Flugzeuge CS100 und CS300 in die USA eine 80-prozentige Anti-Dumping-Steuer sowie einen Ausgleichszoll von 220 Prozent auferlegt. Der US- Boeing wirft Bombardier vor, die C-Serie mit Hilfe staatlicher Subventionen zu bauen und die Maschinen billig in die Vereinigten Staaten zu verkaufen.

fri/AFP

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