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Rechtestreit: Airbus machte Reklame mit Fliegerlegende – nun verklagt Chuck Yeager den Konzern

Chuck Yeager ist der berühmteste lebende Pilot der Welt. Er kämpfte gegen die Deutschen, durchbrach als erster die Schallmauer und klagt nun gegen Airbus – wegen unerlaubter Reklame mit seinem Namen.

Chuck Yeager neben dem Schauspieler Sam Shepard, der den Flieger in "Der Stoff aus dem die Helden sind" spielte, vor der "Glamorous Glennis" - der Maschine mit der Yeager 1947 die Schallmauer durchbrach.

Chuck Yeager neben dem Schauspieler Sam Shepard, der den Flieger in "Der Stoff aus dem die Helden sind" spielte, vor der "Glamorous Glennis" - der Maschine mit der Yeager 1947 die Schallmauer durchbrach.

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Chuck Yeager ist eine Legende der amerikanischen Luftwaffe. Er war einer der erfolgreichsten amerikanischen Kampfpiloten während des Zweiten Weltkrieges. An einem Tag schoss er fünf deutsche Maschinen ab, er siegte im November 1944 sogar im Kampf gegen einen überlegenen deutschen Düsenjäger vom Typ Me 262.

1947 gelang es ihm als erstem Menschen die Schallmauer mit einer raketengetriebenen Bell X-1 zu durchbrechen. Seine legendäre Absage an das US-Weltraumprogramm wurde in dem Film "Der Stoff, aus dem die Helden sind" von Sam Shepard nachgestellt. Yeager wollte nicht zur NASA, weil die keine Piloten, sondern nur "dressierte Affen" suchten. Yeager hat 17.000 Flugstunden in 208 verschiedenen Flugzeugtypen im Cockpit absolviert.

Es geht um Geld

Nun zieht Chuck Yeager wieder in den Kampf: Dieses Mal geht es um Geld und der Gegner heißt Airbus. Denn Airbus hat mit dem guten Namen von Yeager Reklame gemacht und wollte dafür nichts bezahlen, so sieht es zumindest der Flieger. Guillaume Faury, CEO von Airbus Helicopters, protzte bei einer Ansprache: "Vor siebzig Jahren hat Chuck Yeager die Schallmauer durchbrochen. Wir versuchen, die Kostengrenze zu durchbrechen. Es kann nicht 'Geschwindigkeit um jeden Preis' sein."

Diese Bemerkung hat den 96-jährigen Yeager, der die Luftwaffe im Rang eines Brigadegenerals verließ, zornig gemacht. Nicht, weil der Vergleich ziemlich schief und bemüht ist, sondern weil Airbus nichts dafür bezahlt hat. Der alte Jagdflieger ist nämlich nicht nur eine nationale Legende, sondern auch eine eingetragene Handelsmarke. Seinen guten Namen, seine Expertise und auch seine Stimme hat der geschäftstüchtige Yeager in der Vergangenheit unter anderem für eine Spielreihe von militärischen Flugsimulatoren zur Verfügung gestellt. Gegen Entgelt natürlich.

Der General ist eine Marke

Nun reichte er Klage beim Bundesgericht ein und argumentierte, dass Airbus seine Rechte verletzt habe, indem er seinen Namen ohne Erlaubnis benutzte. Wenn er das durchgehen lasse, werde in Zukunft niemand mehr für ihn als Werbefigur bezahlen wollen, lautet die Argumentation.

"Durch die Verwendung von Yeagers Namen, Identität und Ähnlichkeit sowie von eingetragenen Bundesmarken in dem verletzenden Material beschädigt Airbus die Fähigkeit von General Yeager, sein etabliertes Verdienstpotenzial zu erhalten", schrieben die Anwälte von Yeager.

"Dieses ist nicht eine Firma, die Burritos verkauft," sagte Yeagers Rechtsanwalt, Lincoln Bandlow, zu "Reuters". "Sie verkaufen Flugzeuge, und man kann in Verbindung mit Flugzeugen keinen wertvolleren Mann finden als Chuck Yeager."

Ärgerlich ist der General wohl vor allem deshalb, weil ein altes Angebot von ihm an Airbus abgelehnt wurde. 2008 soll Yeager eine runde Million Dollar verlangt haben, dann hätte Airbus mit ihm werben dürfen. Das war Airbus offenbar zu teuer. Tatsächlich zitiert Airbus den Vergleich auf der Firmenwebseite, aber das Zitat ist auch die einzige "Reklame" mit dem Namen von Yeager.

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