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Airlines: Lufthansa kürzt Kapazitäten und Investitionen

Wegen der sich weiter verschlechternden Konjunktur nimmt die Lufthansa weitere zehn Flugzeuge aus dem Verkehr, kürzt ihre Investitionen um 200 Millionen Euro und verhängt einen Einstellungsstopp.

"Die fortdauernde schlechte Wirtschaftslage und die Krise im Weltluftverkehr haben die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns massiv beeinträchtigt", teilte Lufthansa-Chef Jürgen Weber nach einem Vorstandstreffen am Mittwoch in Frankfurt mit. Zum Jahresbeginn habe sich der seit Herbst zu verzeichnende Rückgang der Geschäftsreisenden sowie der Durchschnittserlöse weiter verstärkt. Außerdem habe der Ölpreis einen neuen Rekordstand erreicht. Bereits im Januar hatte der Konzern neun Flugzeuge aus dem Verkehr genommen und weitere Maßnahmen angekündigt. Für den Fall eines Irak-Krieges kündigt das Unternehmen weitere harte Maßnahmen zur Ergebnissicherung an.

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"Ein Irak-Krieg würde unser Passagieraufkommen - und damit auch die Erlöse - weiter schrumpfen lassen. Das macht dann harte und schnell umzusetzende zusätzliche Maßnahmen erforderlich", kündigte Weber an. Bereits im Januar 2003 hätten die Erlöse unter dem Vorjahreswert gelegen, obwohl die Passagierzahlen leicht gestiegen seien.

Einstellungsstopp

Geplant sei, den Cashflow im laufenden Jahr um rund 100 Millionen Euro zu erhöhen, teilte die Lufthansa mit. Details nannte die Lufthansa auf Anfrage nicht. Ab sofort gelte außerdem wieder ein Einstellungsstopp im Konzern. Die Kapazitätsreduzierung um weitere zehn Flugzeuge betreffe den Deutschland- und Europa-Verkehr. Insgesamt würden damit in den kommenden Wochen 31 Flugzeuge der Lufthansa und 15 weitere der Lufthansa CityLine und der Regionalpartner freigestellt sein.

Erst für 2004 wieder gute Erträge erwartet

Erst kürzlich hatte Weber wegen des drohenden Irak-Krieges und der anhaltenden Wirtschaftsschwäche frühere Ertrags-Einschätzungen korrigiert und rechnet nun erst 2004 mit einer Rückkehr zur alten Ergebnisstärke. Im operativen Geschäft erwartet Finanzvorstand Karl-Luwig Kley wegen anhaltender Sparmaßnahmen vieler Firmen bei den Reisekosten in diesem Jahr keine Ergebnisverbesserung. Für 2002 geht die Lufthansa von einem operativen Gewinn von 700 bis 750 Millionen Euro aus.

Bisher keine Entlassungen

Bereits in der Vergangenheit hatte die Lufthansa auch in Krisen Entlassungen vermieden. Nach dem Einbruch der Passagierzahlen nach den Anschlägen im September 2001 hatte die Lufthansa einen Einstellungsstopp verhängt und Kurzarbeit angeordnet, aber keine Mitarbeiter entlassen. Zu den Sparmaßnahmen gehörte damals auch ein Investitionsstopp.