Aktienmarkt Tokios Börse stürzt ab


Die japanischen Aktienkurse sind im freien Fall: Zum Handelsschluss fiel der Nikkei-Index in Tokio um 9,6 Prozent und schloss im Fünf-Jahres-Tief. Größte Verlierer: der Elektronikriese Sony und andere exportorientierte Unternehmen.

Die Aktienbörse in Tokio hat die Woche angesichts der Sorgen über die Folgen des globalen Wirtschaftsabschwungs auf die Bilanzen japanischer Unternehmen wie Sony mit schweren Verlusten beendet. Unter dem Eindruck der Gewinnwarnung des Elektronikkonzerns Sony vom Vortag kam es am Freitag laut Händlern zu Panikverkäufen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte schloss erstmals seit Mai 2003 unter der psychologisch wichtigen Marke von 8000 Punkten bei 7907,19 Punkten. Damit verlor der Nikkei im Vergleich zum Vortagesschluss 811,90 Punkte oder 9,60 Prozent. Der breit gefasste Topix büßte 65,59 Punkte oder 7,52 Prozent auf 806,11 Punkte ein.

Dollar sackte ab

Die Stimmung am Markt wurde zusätzlich durch die Entwicklung am Devisenmarkt belastet, wo der Dollar kurzzeitig auf das Niveau von 95 Yen und damit auf den tiefsten Stand zum Yen seit 13 Jahren sackte. Zum Mittag tendierte der Dollar mit 96,07-12 Yen nach 97,68-70 Yen am späten Vortag. Der Euro notierte leichter mit 1,2782-87 Dollar nach 1,2819-20 Dollar am späten Vortag. Zum Yen lag der Euro ebenfalls schwächer bei 122,85-90 Yen nach 125,22-26 Yen am späten Vortag.

US-Unternehmen bauen Jobs ab

Die Wirtschaftsflaute wird in den USA unterdessen immer deutlicher auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung stieg nach Regierungsangaben in der vergangenen Woche um 15.000 auf 478.000. Schon ab 400.000 geht man von einer Rezession aus. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 6,1 Prozent. In der Wirtschaftskrise 1991/92 waren es 7,8 und 1982 sogar mehr als 10 Prozent. Zu den Firmen, die Arbeitsplätze abbauen wollen, gehören große Namen wie Goldman Sachs, Xerox oder Chrysler.

Eine erste Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal soll in einer Woche veröffentlicht werden. Experten gehen davon aus, dass die Leistung der größten Volkswirtschaft der Welt um 0,5 Prozent sank. Diese Entwicklung soll sich mindestens bis ins erste Quartal 2009 fortsetzen. Erschwert wird die wirtschaftliche Erholung in den USA von der Bankenkrise, wegen der Kredite schwerer zu bekommen sind.

AP


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