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Trumps Erzfeind profitiert: Amazon macht so viel Gewinn wie nie - und zahlt dank Trump nicht einen Cent Steuern

Obwohl Amazon seinen Gewinn in den USA auf elf Milliarden Dollar verdoppelte, muss der Konzern darauf keine Steuern abführen. Der Onlinehändler bekam sogar noch Geld raus - Trumps Steuerreform sei Dank.

Amazon Jeff Bezos

Amazon-Chef Jeff Bezos ist der reichste Mann der Welt und Profiteur von Trumps Steuerreform

DPA

Amazon-Chef Jeff Bezos gehört zu Donald Trumps Erzfeinden. Der US-Präsident lässt keine Gelegenheit aus, verbal gegen den reichsten Mann der USA zu schießen - gerne auch unter der Gürtellinie. Derzeit liegt Bezos im Clinch mit dem Trump-nahen Klatschblatt "National Enquirer", das mit der Veröffentlichung pikanter Nacktfotos des Amazon-Chefs drohte. Hier erfahren Sie mehr.

Mit der Steuerpolitik von Donald Trump kann Bezos dagegen gut leben, denn Amazon gehört zu den größten Profiteuren. Das berichtet nun ausgerechnet die "Washington Post", die Bezos persönlich gehört, aber publizistisch unabhängig agiert. Demnach hat Amazon 2018 in den USA seinen Gewinn auf den Rekordwert von 11,2 Milliarden Dollar verdoppelt - muss darauf aber keinerlei Bundessteuern abführen.

Amazon mit negativem Steuersatz

Wie das Blatt aus einer Analyse des Institute für Taxation and Economic Policy (ITEP) zitiert, fand der Onlinehändler gar so viele Steuerschlupflöcher, dass er am Ende sogar Geld herausbekam. Dank einer Steuergutschrift von 129 Millionen Dollar lag der effektive Steuersatz laut "Post" bei minus einem Prozent. Zum Vergleich: Selbst die ärmsten 20 Prozent der US-Haushalte zahlen im Schnitt einen Steuersatz von (plus) 1,5 Prozent.

Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, in dem Amazon bei einem negativen Steuersatz herauskommt. Im Schnitt hat der Konzern laut ITEP seit 2009 rund drei Prozent Steuern auf seine Gewinne gezahlt - nicht viel, aber immerhin etwas, zumal der Konzern jahrelang kaum Gewinne verbuchte, weil er fast alles direkt wieder reinvestierte. 

2017 senkte US-Präsident Trump die Bundessteuern für große Konzerne massiv. So sank der offizielle Steuersatz von 35 auf 21 Prozent - durch zahlreiche Schlupflöcher kann die Steuerlast aber weiter nach unten gedrückt werden. Viele Großkonzerne profitieren davon. Für Amazon als besonders lukrativ erwies sich eine Steuerbefreiung für Lohnzahlungen in Form von Aktien. Dies allein senkte die Steuerlast laut ITEP um eine Milliarde Dollar. Dies alles bezieht sich auf die Bundessteuern (federal taxes), Bundesstaaten und Gemeinden können noch eigene Körperschaftssteuern erheben.

Amazon-Zentrale in New York gekippt

Amazon-Sprecherin Jodi Seth erklärte, der Konzern zahle "alle Steuern, die wir in den USA und in allen Ländern, in denen wir tätig sind, zahlen müssen, einschließlich der Körperschaftssteuer in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar und der Steueraufwendungen in den letzten drei Jahren in Höhe von 3,4 Milliarden US-Dollar". Zudem verwies die Sprecherin darauf, dass man in den USA seit 2011 mehr als 160 Milliarden Dollar in logistische Infrastruktur investiert habe.

Für Aufsehen sorgte in diesem Zusammenhang erst vergangene Woche die Absage an New York City als Standort für ein zweites Amazon-Hauptquartier. Nach einer monatelangen Suche, bei der sich Dutzende US-Städte mit Subventionsangeboten überboten hatten, bekamen New York und die nahe Washington gelegene Stadt Arlington den Zuschlag des mächtigen Konzerns und Arbeitgebers. In New York scheiterte Amazon nun am Widerstand von Lokalpolitikern und Bürgern.

Quelle: Washington Post 

Jens König im Interview

bak