Auto Fiat-Ehrenpräsident Agnelli gestorben


Giovanni Agnelli, der Ehrenpräsident des italienischen Autokonzerns Fiat, ist tot. Der 81-Jährige erlag am Freitagmorgen im Kreise seiner Angehörigen seinem Krebsleiden.

Giovanni Agnelli, Ehrenpräsident des Fiat-Konzerns, ist nach monatelanger Krankeit gestorben. Der Patriarch der Fiat-Gründerfamilie litt nach Medienberichten an Prostatakrebs und war im Vorjahr deshalb zwei Mal zu einer Spezialbehandlung in eine US-Klinik gereist. Zudem war er herzkrank.

Unter Agnellis

Führung, der 1966 Fiat-Präsident wurde, wuchs das Unternehmen zu einem Technologiekonzern mit einem breit gefächerten Netz von zehn Sparten mit weltweiten Beteiligungen. So produziert der Konzern neben Autos auch Nutzfahrzeuge sowie Land- und Baumaschinen. Er ist in der Eisen- und Metallverarbeitung und im Anlagenbau tätig. Ferner gehören auch Versicherungen, die Zeitung "La Stampa", Anteile am Club Mediterranee und am Fußballclub Juventus Turin zu dem Imperium. Im Februar 1996 gab der damals 71-jährige Agnelli die Fiat-Konzernleitung ab.

Agnelli hatte 30 Jahre lang - von 1966 bis 1996 - den Fiat-Konzern als Präsident geleitet. Danach wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt und galt weiterhin als die graue Eminenz der Agnelli-Familie. Er spielte bis zuletzt eine wichtige Rolle bei der Suche nach einer Lösung der Fiat-Krise. Das größte italienische Unternehmen ist schwer verschuldet und ist dabei, einen Personalwechsel an der Spitze zu vollziehen. Einem ersten Sanierungsplan zufolge werden über 8.000 Stellen gekürzt, ein entschlossener Schuldenabbau vorangetrieben sowie eine neue Modellpalette ins Auge gefasst. Allerdings geht der Streit über einen endgültigen Weg aus der schweren Krise weiter.

Agnellis Leiche

wird den Angaben zufolge in der Turiner Fiat-Zentrale aufgebahrt. Die Beerdigung soll im engsten Familienkreis stattfinden. Kurz nach der Nachricht von Agnellis Tod unterbrach das italienische Fernsehen das Programm und brachte Sondersendungen.

In seinen Jugendjahren

machte sich der gut aussehende Industrielle einen Ruf als Liebling des internationalen Jet-Sets. Seine Affären mit berühmten Schauspielerinnen trugen in Italien entscheidend zu seinem Mythos bei. Erst nach einem schweren Autounfall und seiner Heirat 1952 machte er sich ernsthaft daran, sich um die Firma zu kümmern.

Nach dem Tod

Agnellis dürfte die Spekulationen um die Zukunft des Fiat-Konzerns wieder zunehmen, galt der Firmenpatriarch doch vielen Analysten als Hindernis für einen Verkauf. Fiat Auto, an dem General Motors 20 Prozent hält, leidet seit geraumer Zeit unter sinkenden Absätzen und wachsender Konkurrenz. In den ersten neun Monaten 2002 wies die Autosparte einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro aus.


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