Autobranche Gewinn bei BMW bricht dramatisch ein


Damit hatte bei BMW trotz anhaltender Finanzkrise niemand gerechnet: Um satte 63,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der Gewinn des Münchner Autobauers im dritten Viertel des Jahres abgestürzt. Eine Prognose des Jahresergebnisses ist dadurch unmöglich geworden.

Der Autobauer BMW hat nach einem überraschend deutlichen Gewinneinbruch im dritten Quartal seine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr zurückgezogen. Die bisher angepeilte Umsatzrendite von mindestens vier Prozent sei "durch das deutlich eingetrübte Marktumfeld nicht mehr zu erreichen", teilte der Konzern am Dienstag in München mit.

Wegen der Finanzkrise und der weltweiten Konjunkturschwäche sei eine exakte Vorhersage über die Höhe des Unternehmensgewinns am Jahresende für die kommenden Monate nicht möglich, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer. Die Krise übertreffe "alles, was wir bisher kennen", so der BMW-Chef. "Wir werden aber ein deutlich positives Konzernergebnis erzielen", fügte er beruhigend hinzu.

Der Absatz werde "nicht über dem Rekordwert des Vorjahres" liegen, so Reithofer weiter. 2007 hatte BMW weltweit 1,5 Millionen Autos verkauft. Im Oktober verzeichnete der Konzern den Angaben zufolge erneut einen deutlichen Absatzrückgang. Angesichts der weltweit schwachen Konjunktur werde die Produktion um weitere 65.000 Einheiten gekürzt. BMW hatte im Sommer angekündigt, bis zu 25.000 für den US-Markt bestimmte Fahrzeuge nicht zu bauen. Nun sollen Werke "mehrere Wochen" geschlossen werden.

Langzeitprognose bleibt bestehen

An seiner Langfristprognose hielt BMW aber fest: Im Jahr 2010 strebt der Konzern nach wie vor eine Umsatzrendite von mindestens sechs Prozent an. "Dieses Ziel setzt jedoch eine Erholung der Märkte voraus", hieß es. 2012 will BMW in seinem Kernsegment Automobile eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) von acht bis zehn Prozent erreichen und eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von mehr als 26 Prozent.

Im dritten Quartal sackte das Ergebnis vor Steuern auf 279 Millionen Euro ab, das entspricht einem Minus von 63,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Analysten hatten im Schnitt mit 455 Millionen Euro gerechnet. Im Auto-Segment brach der Vorsteuergewinn auf nur noch 18 Millionen Euro von 704 Millionen ein. Die Sparte Finanzdienstleistungen verbuchte sogar einen Verlust von 17 Millionen Euro. Der Konzernumsatz ging um 8,6 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro zurück.

Wegen erhöhter Kreditausfälle, der schwierigen Lage auf den Gebrauchtwagenmärkten und der Kaufzurückhaltung stockte BMW die Risikovorsorge um 342 Millionen Euro auf. Damit beläuft sie sich in den ersten neun Monaten auf etwas mehr als eine Milliarde Euro. Hinzu kämen Belastungen von 258 Millionen Euro durch den Stellenabbau. BMW streicht bis Jahresende weltweit 8100 Jobs, davon 5000 Zeitarbeitsplätze. Allerdings schließt der Konzern einen weiteren Stellenabbau nicht aus.

Reuters Reuters

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