Autokrise US-Investor prüft offenbar Beteiligung an Opel


Für den Autohersteller Opel gibt es offenbar einen neuen ernsthaften Interessenten. Laut einem Medienbericht prüft der amerikanische Finanzinvestor Ripplewood eine Beteiligung an der Tochter des US-Konzerns General Motors.

Für den angeschlagenen Autobauer Opel gibt es offenbar einen weiteren Interessenten. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, erwägt nun auch der US-Finanzinvestor Ripplewood eine Beteiligung. Das Unternehmen hat 2004 schon den Autozulieferer Honsel übernommen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) diskutierte am Dienstag mit Opel-Betriebsräten über die zähe Investorensuche und brachte als Zwischenschritt ein Treuhänder-Modell ins Gespräch. Guttenberg und die Betriebsräte betonten nach ihrem Treffen, die potenziellen Investoren müssten nun zügig konkrete, nachprüfbare Konzepte vorlegen. Hauptziel sei der Erhalt möglichst vieler der 25.000 Arbeitsplätze an den Opel-Standorten sowie bei den Zuliefer-Betrieben und Händlern.

Zu seinem Treuhänder-Modell sagte der Minister, mit einer vorübergehenden Übertragung der General-Motors-Anteile an Opel auf einen Treuhänder würden sowohl die Interessen der Gläubiger als auch die des Unternehmens gewahrt. Der CSU-Politiker erklärte zudem: "Ich werde mich aktiv dafür einsetzen, dass das wirtschaftlich und rechtlich tragfähigste Modell zum Zuge kommt." Der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Klaus Franz lobte diese Einstellung und erklärte: "Für uns war die persönliche Erklärung von Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg wichtig, dass keine Vorfestlegung auf einen bestimmten Investor erfolgt ist."

Aus SPD-Kreisen hieß es zu dem Treffen, es sei gut, dass in der Union jetzt nicht mehr über das "Ob", sondern über das "Wie" einer Opel-Rettung nachgedacht werde. Es gehe nicht um Konkurrenz oder Wahlkampf, sondern um die gemeinsame Aufgabe, den Standort Deutschland und seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier habe deswegen schon vor mehreren Wochen dazu geraten, ein "Brückenkonzept" zu erarbeiten, dass Opel die Atemluft gibt, bis eine endgültige Regelung gefunden ist.

GM verhandelt seit Wochen mit der Bundesregierung und potenziellen Investoren über einen teilweisen Verkauf von Opel. Neben Fiat ist auch ein Konsortium um den kanadischen Autozulieferer Magna an dem deutschen Hersteller interessiert. Die Bundesregierung hat in Aussicht gestellt, den Einstieg eines neuen Investors bei Opel mit Bürgschaften abzusichern. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtete, wirbt unterdessen auch Magna weiter für sich. Nach Angaben der Zeitung traf sich Magna-Chef Siegfried Wolf am Montag mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU), um diesem das Konzept der Kanadier zu präsentieren.

Die EU-Kommission forderte die Mitgliedsländer der Union dazu auf, bei der anstehenden Umstrukturierung des Europageschäfts der Opel-Mutter General Motors die Binnenmarktregeln zu beachten. So dürften staatliche Hilfen nicht mit zusätzlichen Bedingungen zum Standort von Investitionen und deren geografische Verteilung verknüpft werden, mahnte EU-Industriekommissar Günther Verheugen in einer gemeinsamen Erklärung mit Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und Beschäftigungskommissar Vladimir Spidla. Zwar sei es das Ziel der EU, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, doch dürften nationale Maßnahmen nicht gegen der Unternehmensfreiheit zuwiderlaufen. Vor allem dürften die Hersteller nicht daran gehindert werden, ihre Produktionskapazitäten an die Marktentwicklung anzupassen, heißt es in der Erklärung weiter.

AP AP

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