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Bahntarife: Fahrgastverband kritisiert «Preischaos» bei Bahn

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat das Preissystem der Deutschen Bahn kritisiert: Jeder zweite Kunde zahle zu viel für sein Ticket.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat das Preissystem der Deutschen Bahn kritisiert. Der Vorsitzende von Pro Bahn, Karl- Peter Naumann, sagte der «Bild am Sonntag»: «Jeder zweite Kunde zahlt zu viel für sein Ticket.» Seiner Meinung nach liegt das Problem bei den Bahn-Mitarbeitern. «Die geschulten Mitarbeiter kommen mit den neuen Tarifen nicht zurecht, viele Vergünstigungen werden den Kunden gar nicht erst angeboten. Bei der Bahn tobt das Preischaos», sagte Naumann.

Bis zu acht Preise für dieselbe Strecke

Eine Stichprobe der Zeitung in den Reisezentren der Deutschen Bahn ergab, dass Testpersonen für die selbe Fahrstrecke bis zu acht unterschiedliche Preise genannt wurden. In einem Fall verlangte die Bahn über 190 Euro beziehungsweise 66 Prozent mehr als das günstigste Angebot. Rainer Engel, Jurist beim Fahrgastverband Pro Bahn sagte dem Blatt, sei es «reine Glückssache», das günstigste Ticket zu bekommen, Achim Stauß, Sprecher der Deutschen Bahn, kann sich die Kritik nicht erklären: «Dank der intensiven Vorbereitung sollte jeder Mitarbeiter das neue System in drei Minuten erklären können.»

"Blind nur der Normalpreis berechnet"

Naumann bemängelt außerdem, dass die Bahn-Mitarbeiter selten nach anderen preisgünstigen Alternativen suchten, wenn die Kapazität der niedrig preisigen Plan & Spar-Plätze ausgeschöpft sei. Naumann betonte: «Sind die Billig-Tickets ausverkauft, wird oft blind nur der Normalpreis berechnet.» Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, an preiswertere Tickets zu kommen. Rainer Wezel, Geschäftsführer vom Kölner Institut für angewandte Verbraucherforschung, rät: «Wenn die Angebote für die 2. Klasse ausgeschöpft sind, gibt es die Möglichkeit, die Kontingente der 1. Klasse zu nutzen. Das ist oft billiger als ein normales Ticket der 2. Klasse.