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Bahnverkehr: Von Ost nach West ganz ohne Deutsche Bahn

Connex, der große Privatkonkurrent der Deutschen Bahn, hat sein Streckennetz erweitert. Ein neuer Fernverkehrszug fährt täglich zwischen Köln und Rostock.

Der Bahnanbieter InterConnex fährt nun als erste Privat-Personenbahn auch zwischen Ost und West in Deutschland. Der Konkurrent der Deutschen Bahn hat am Freitag seine neue Fernstrecke von Rostock nach Köln in Betrieb genommen. Die zur InterConnex gehörende Ostmecklenburgische Eisenbahn (OME) macht auf der rund 950 Kilometer langen Strecke an 31 Bahnhöfen in sieben Bundesländern Station. "Wir rechnen mit einer Auslastung von etwa 60 Prozent", sagte OME-Geschäftsführer Steffen Höppner bei der Premierenfahrt. Die Linie Rostock-Köln ist nach Gera-Berlin-Rostock und Zittau-Berlin-Rostock die dritte InterConnex-Fernverkehrsstrecke.

Zwei Züge pro Tag

Jährlich sollen etwa vier Millionen Fahrgäste die neue Verbindung nutzen. Täglich verkehren zwei Züge in gegenläufiger Richtung. In Rostock fährt der Zug um 6.18 Uhr ab und erreicht Köln 12 Stunden später. In Köln fährt der Gegenzug um 7.57 Uhr ab. Von Juli an werden Sechs-Wagen-Züge mit jeweils 356 Sitzplätzen eingesetzt. Die Lokomotiven sind fabrikneu, die Waggons stammen aus Beständen der früheren Deutschen Reichsbahn, seien aber generalüberholt und modernisiert worden, hieß es.

Höppner kritisierte als "Wermutstropfen" das unfaire Verhalten der Deutschen Bahn AG in Rostock. Diese verweigere den OME-Zügen den Zugang zur Service-Station am Rostocker Bahnhof. Die DB halte sich nicht an die Richtlinie, "den Eisenbahnverkehrsunternehmen diskriminierungsfreien Zugang zu den Wartungseinrichtungen zu gewähren", kritisierte Höppner.

DPA