Bankgewerbe Citigroup knickt im Milliarden-Streit ein


Die US-Justiz und die Börsenaufsicht SEC haben eine bislang beispiellose Ausgleichszahlung zugunsten geschädigter Anleger durchgesetzt. Die Großbank Citigroup kommt so um eine Betrugs-Anzeige herum, doch der Deal kostet sie etliche Milliarden Dollar.

Die größte US-Bank Citigroup hat sich bereit erklärt, Wertpapiere im Volumen von bis zu 20 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) von Kunden zurückzukaufen. Das teilte der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo mit. Im Gegenzug entgeht die Bank einer Anklage wegen Betrugs.

Die US-Behörden hatten Citigroup vorgeworfen, sogenannte Auction-Rate Securities (ARS) in betrügerischer Weise vermarktet und verkauft zu haben. Sie habe Kunden gegenüber von einer sicheren Geldanlage gesprochen, hieß es.

ARS sind Anleihen mit langer Laufzeit, deren Zinssatz in kurzen Abständen neu festgesetzt wird. Diese Art der Finanzierung war bis zum Ausbruch der Finanzmarktkrise vor allem bei Kommunen und öffentlich-rechtliche Institutionen in den USA beliebt.

Im Rahmen des Vergleichs wird Citigroup zunächst binnen drei Monaten allen kleineren und privaten Anlegern ihre Papiere für insgesamt 7,5 Milliarden Dollar zurückkaufen. Bis Ende 2009 soll die Bank zudem "alles in ihrer Macht stehende" versuchen, um auch Papiere wieder zu Geld zu machen, die institutionellen Investoren für rund 12 Milliarden Dollar bei ihr kauften. Darüber hinaus muss die Bank ein Bußgeld von insgesamt 100 Millionen Dollar zahlen.

Anfang Juli hatte die Schweizer Großbank UBS in einem ähnlichen Fall eine Betrugsklage in den USA mit einem Vergleich abgeschlossen. Sie zahlt den Behörden des Staats Massachusetts eine Million Dollar. Die UBS wurde beschuldigt, die ARS noch als sicher angepriesen zu haben, als sie selber bereits von den Liquiditätsproblemen auf dem ARS-Markt Kenntnis hatte.

Insgesamt sitzen Investoren laut Schätzungen auf ARS-Anleihen im Wert von rund 200 Milliarden Dollar.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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