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BAUWIRTSCHAFT: Rettung für Holzmann in Sicht

Der angeschlagene Frankfurter Baukonzern Holzmann soll von den Banken rasch eine Finanzspritze erhalten, um einen Insolvenzantrag abzuwenden.

Der angeschlagene Frankfurter Baukonzern Holzmann soll von den Banken rasch eine Finanzspritze erhalten, um einen Insolvenzantrag abzuwenden. 17 Gläubigerinstitute wollen angeblich für den Verkauf der profitablen Holzmann-Tochter HSG Technischer Service GmbH 86 Millionen Euro bereitstellen. Für Anfang April ist darüber hinaus ein Forderungsverzicht in der Größenordnung von 114 Millionen Euro vorgesehen.

Mögliche Übernahme durch Banken

Die Gläubigerbanken beraten derzeit über verschiedene Schritte zur finanziellen Stärkung Holzmanns, nachdem das Frankfurter Unternehmen Finanzkreisen zufolge im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von fast 240 Millionen Euro und damit deutlich mehr als erwartet verbucht hat. Die aktuellen Gespräche drehen sich um eine mögliche Übernahme der Holzmann Service-Gesellschaft (HSG) durch die Banken, wie bereits am Dienstag aus verhandlungsnahen Kreisen verlautet war.

Forderungsverzicht und Übertragung des Immobilienvermögens

Als weitere Maßnahme zur Rettung Holzmanns soll dem Vernehmen nach ein Forderungsverzicht der Geldgeber in Höhe von 114 Millionen Euro diskutiert werden, der aber wohl nicht vor Anfang April entschieden wird. Als dritten Schritt wolle die Holzmann AG ihre mit Risiken und Krediten belasteten Immobilien den Banken übertragen. Hierbei soll es sich um ein Volumen von rund 500 Millionen Euro handeln. Mit der Abgabe der Immobilien werde auch die Suche nach einem möglichen Käufer für Holzmann erleichtert, hatte es bisher geheißen.

Keine Auskunft zu den Beratungen

Die Deutsche Bank ist mit 19,6 Prozent größter Einzelaktionär bei Holzmann und federführend bei den Gesprächen der Gläubiger. Auf die Frage, welche Maßnahmen die Institute konkret für Holzmann planten, verwies Deutsche-Bank-Chef Breuer lediglich auf die bereits seit Tagen kursierenden Meldungen über den Verkauf der HSG, den Forderungsverzicht sowie eine Ausgliederung und Übertragung des Immobilienvermögens. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich nicht zu den Beratungen äußern. Auch bei Holzmann waren dazu keine Neuigkeiten zu erfahren.