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Bayer streicht weltweit 4500 Stellen Aktionäre reagieren erfreut


Der neue Bayer-Chef Marijn Dekkers verordnet Deutschlands größtem Pharmahersteller ein radikales Sparprogramm. 4500 Arbeitsplätze, 1700 davon allein in Deutschland, sollen abgebaut werden. Die Aktionäre reagierten erfreut.

Der scharfe Sparkurs des neuen Bayer-Chefs und ein Studienflop der Konkurrenz treiben den Kurs der Bayer-Aktie an. Die Titel kletterten am Freitag zeitweise um 2,4 Prozent auf 57,92 Euro und waren damit Spitzenreiter im Leitindex Dax. Bayer will mit dem Abbau von 4500 Arbeitsplätzen auf den scharfen Wettbewerb mit Herstellern billiger Nachahmermedikamente und Einsparungen in den Gesundheitssystemen vieler Industrieländer reagieren. 1700 Stellen sollen allein in Deutschland wegfallen. Rund 800 Millionen Euro pro Jahr will der neue Bayer-Chef Marijn Dekkers ab 2013 einsparen, wovon die Hälfte reinvestiert werden soll. Darüber hinaus profitierte der Bayer-Kurs von einem Studienrückschlag der Konkurrenten Pfizer und Bristol-Myers Squibb (BMS) mit ihrem neuen Thrombosemittel Apixaban.

Analysten äußerten sich positiv zum Sparprogramm. "Dies ist ein wichtiger Schritt für Bayer, um sich auf die wichtigsten Wachstumssegmente zu konzentrieren und die Produkt-Entwicklung zu beschleunigen", erklärte Karl-Heinz Scheunemann von der Landesbank Baden-Württemberg. Einen Teil des mit dem Stellenabbau eingesparten Geldes will Bayer in neue Pharmaprodukte, in den Pflanzenschutz und in die boomenden Schwellenländer Asiens investieren. Damit folgt Bayer dem Kurs anderer Unternehmen, die wie die britische GlaxoSmithKline und auch der Schweizer Novartis-Konzern ihre Geschäfte in den aufstrebenden Schwellenländern kräftig ausbauen wollen.

"Die Nachricht, die aus unserer Sicht zählt, heißt 'Abbau in den entwickelten Märkten und Fokussierung auf die Schellenländer' ", schreibt Martin Possienke vom Brokerhaus Equinet. Bayer hatte als Teil des Umbauprogramms angekündigt, parallel 2500 neue Arbeitsplätze zu schaffen - vor allem in Asien. Obwohl Dekkers Sparschritte bereits angedeutet hatte, kam der Zeitpunkt der Ankündigung für viele Beobachter überraschend. Denn erst vor wenigen Tagen meldete Bayer mit positiven Studienergebnissen zu seinem Schlaganfall-Präparat Xarelto einen der größten Erfolge der Pharmasparte seit Jahren.

Die Bayer-Aktie erhielt zudem von anderer Seite ungewollt Unterstützung. Die Wettbewerber Pfizer und BMS stoppten eine Phase-III-Studie mit dem Xarelto-Rivalen Apixaban, weil das Blutungsrisiko bei den Teilnehmern kräftig angestiegen war. Rund 10.800 Patienten mit akutem Koronarsyndrom nahmen an der Studie teil. Das seien schlechte Nachrichten für Apixaban-Patienten und gute Nachrichten für Bayer, kommentierte die DZ Bank. Falls das Bayer-Mittel Xarelto die Zulassung erhalte, werde es zusammen mit dem Präparat Pradaxa von Boehringer Ingelheim den Markt für eine gewisse Zeile dominieren.

Reuters Reuters

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