HOME

Bestechungsskandal: Griechenland: Ex-Chef vom Roten Kreuz soll von deutscher Firma bestochen worden sein

Der Ex-Chef vom Roten Kreuz in Griechenland Andreas Martinis und seine Frau sind verhaftet worden. Der Vorwurf: Das Paar soll von einer deutschen Firma 3,2 Millionen D-Mark Bestechungsgeld bekommen haben.

Henri Dunant Hospital: Bestechungsvorwurf in Griechenland

Henri Dunant Hospital in Athen: Bestechungsvorwurf in Griechenland

Der ehemalige Direktor des Athener "Henri Dunant"-Krankenhauses und Ex-Chef des griechischen Roten Kreuzes Andreas Martinis und seine Frau sind verhaftet worden. Das Paar soll 1998 von einer deutschen Firma Bestechungsgelder in Höhe von 3,2 Millionen D-Mark erhalten haben, berichten griechische Medien. Die Martinis weisen diese Vorwürfe zurück. 

Rund eineinhalb Jahre hatte die griechische Staatsanwaltschaft ermittelt. Andreas Martinis soll von der Hospitalia International GmbH, einem Ausstatter von Krankenhäusern aus Deutschland, Geld erhalten haben, weil er das Unternehmen bei einem Auftrag bevorzugte - obwohl die Preise für die neue Austattung überzogen waren, berichten griechische Medien. Laut der Staatsanwaltschaft habe Martinis dem Vorstand die Offerte des deutschen Unternehmens schmackhaft gemacht, die über die Vertragssumme hinaus noch Geld für den Klinikleiter zusätzlich zahlte, berichtet "keeptalkinggreece.com". Insgesamt ging es bei dem Vertrag um eine Klinikausstattung mit neuen Möbeln, Waschmaschinen und Co. über insgesamt 12 Milliarden Drachmen, umgerechnet rund 36 Millionen Euro, zitiert "keeptalkinggreece.com" den Bericht der Staatsanwaltschaft.

Bestechungsgeld soll auf Offshore-Konten gelandet sein

Nach 1998 wurde das Geld ständig bewegt und landete auf einem Offshore-Konto in Liberia, wo es eine Schweizer Bank hinterlegt hatte. Das Geld wurde dann zum Kauf von Immobilien genutzt. Konkret kaufte das Paar ein Gebäude in der Nähe der Klinik, in dem heute der private Fernsehsender Mega TV sitzt, schreiben griechische Medien

Die Verhaftung soll unter strenger Geheimhaltung durchgeführt worden sein, da die Martinis Kontakte in höchste griechische Kreise unterhalten. Außerdem befürchteten die Ermittler, dass Beweismittel verschwinden oder sich das Paar absetzen könnte.

Andreas Martinis weisen Vorwürfe zurück

Andreas und Georgia Martinis weisen die Vorwürfe zurück. Das Geld sei "von ihrer Familie, legal und versteuert", zitiert die griechische Tageszeitung "Ta Nea" die Frau des ehemaligen Chef des Roten Kreuzes in Griechenland. Am Freitag soll das Paar vor Gericht aussagen. Andreas Martinis, 73, war zwei Jahrzehnte Chef des griechischen Roten Kreuzes.

Das Bad Homburger Unternehmen Hospitalia International war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.  

kg