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Betrug: Hohe Strafen für Ex-FlowTex-Bosse

Bei dem größten Wirtschaftsbetrug der Nachkriegsgeschichte mit einem Schaden von rund 4,3 Milliarden Mark wurde der Hauptangeklagte zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Wegen Betrugs in Milliardenhöhe hat das Mannheimer Landgericht am Dienstag die früheren FlowTex-Bosse Manfred Schmider und Klaus Kleiser zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Schmider wurde zu zwölf Jahren und Kleiser zu neun Jahren und sechs Monaten Haft wegen Betrugs, bandenmäßigen Betrugs und Kapitalanlagebetrugs verurteilt. Die Staatsanwalschaft hatte für Schmider zwölf Jahre und fünf Monate und für Kleiser elf Jahre und zwei Monate Haft beantragt. Die Anwälte der beiden Hauptangeklagten hatten deutlich niedrigere Strafen gefordert.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem strafrechtlichen Gesamtschaden bei FlowTex von 4,32 Milliarden Mark (2,2 Milliarden Euro) aus. Bei der Pleite des Bohrspezialisten handelt es sich um den wohl größten Wirtschaftsbetrug in der Nachkriegsgeschichte.

Die mitangeklagte frühere Geschäftsführerin eines FlowTex-Unternehmens, Angelika Neumann, wurde zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Für sie hatte die Anklage acht Jahre und elf Monate gefordert. Der frühere Finanzchef, Karl Schmitz, wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Anklage hatte sieben Jahre und elf Monate Gefängnis verlangt.