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BGH-Urteil: Vodafone darf Kunden nicht mit der Schufa drohen

Zahl deine Rechnungen oder wir schwärzen dich bei der Schufa an! Mit solchen Drohungen war ein Inkassounternehmen im Auftrag von Vodafone zu schnell bei der Hand, wie das BGH jetzt geurteilt hat.

So geht's nicht, liebe Geldeintreiber: Telefonanbieter Vodafone hat säumige Kunden bei früheren Mahnungen auf unfaire Weise unter Druck gesetzt. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag entschieden. Die Richter gaben damit der Verbraucherzentrale Hamburg recht, die in einem früheren Hinweis des Unternehmens auf eine mögliche Mitteilung an die Schufa die Rechte der Kunden unangemessen beeinträchtigt sahen. (Az.: I ZR 157/13)

Zu recht, wie der BGH jetzt entschied. Denn Verbraucher könnten sich durch die konkrete Formulierung des Textes so unter Druck gesetzt fühlen, dass sie die Rechnung bezahlten, obwohl sie diese eigentlich gar nicht für berechtigt hielten. Bereits die Vorinstanz hatte so entschieden.

Die betreffende Formulierung wird nach Angaben eines Unternehmenssprechers nicht mehr verwendet. Im Fall ging es um einen Betrag in Höhe von 366 Euro. Dass Anbieter unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Hinweis über säumige Kunden an die Schufa berechtigt sind, war nicht umstritten.

Die von der Schufa und anderen Auskunfteien gesammelten und bewerteten Daten sind für Millionen Menschen wichtig, die Kredite aufnehmen oder Mietverträge abschließen wollen.

bak/DPA / DPA