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Wirtschaftssystem in der Kritik: Bill Gates besitzt 109 Milliarden Dollar - und findet das total unfair

Bill Gates, der zweitreichste Mensch der Welt, hat in einem Blogeintrag die Ungleichheit in den USA kritisiert. Er sei unverhältnismäßig für seine Arbeit bezahlt worden - und findet, dass reiche Menschen mehr Steuern zahlen müssen.

Bill Gates

Bill Gates ist laut dem US-Magazin "Forbes" der zweitreichste Mensch der Welt.

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Microsoft machte ihn reich, heute besitzt der ehemalige Konzernboss Bill Gates fast 109 Milliarden Dollar. Dieses extreme Vermögen sei nicht aber nicht fair, schreibt Gates in seinem Blog. Zum Jahresende rechnete der Milliardär mit den wirtschaftlichen Grundmechanismen in den USA ab.

"Ich wurde unverhältnismäßig für meine Arbeit entlohnt, während viele andere, die genauso hart arbeiten, Mühe haben, durchzukommen", schreibt er. Es sei zwar nicht populär, sich für höhere Steuern einzusetzen, doch er befürworte ein Steuersystem, in dem derjenige, der mehr Geld hat, auch mehr bezahlt. "Ich denke, die Reichen sollten mehr bezahlen als derzeit, und dazu gehören auch Melinda und ich", so Gates

Ungerechtes Steuersystem in den USA

In seinem Text ärgert er sich darüber, dass die USA vor allem Steuern auf Gehälter und Löhne erheben würden. Der Steuersatz liege bei bis zu 37 Prozent, so Gates. "Aber die Reichen verdienen im Allgemeinen nur einen winzigen Prozentsatz ihres Einkommens mit einem Gehalt; das meiste davon stammt aus Gewinnen aus Investitionen wie Aktien oder Immobilien, die mit 20 Prozent besteuert werden", ärgert sich Gates. Das sei ein klarer Beweis dafür, dass das System nicht fair sei. 

Er fordert in seinem Blogbeitrag, dass Schluss mit dynastischen Systemen sein müsse, in denen Kindern reicher Leute ein riesiges Vermögen vererbt werden würde. Das sei für niemanden gut. "Die nächste Generation hat nicht den gleichen Anreiz, hart zu arbeiten und einen Beitrag zur Wirtschaft zu leisten", so Gates. "Dies ist einer der vielen Gründe, warum Melinda und ich fast unser gesamtes Vermögen durch unsere Stiftung an die Gesellschaft zurückgeben, anstatt alles an unsere Kinder weiterzugeben." 

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Höhere Steuern für Superreiche

Er fordert die Politik und die Gesellschaft gleichermaßen auf, über neue Steuersysteme zu diskutieren. Die USA könnten ihr System fairer gestalten - ohne dabei an Innovationskraft zu verlieren. Er sei bereit mehr Steuern zu bezahlen. Allerdings will er dies nicht freiwillig tun, sondern fordert ein Umdenken auf politischer Seite. Er und seine Frau seien gespannt, auf das kommende Jahrzehnt und hoffen, dass "nicht nur Fortschritte bei der Erhebung von Steuern zu verzeichnen sind, sondern auch, wie diese ausgegeben werden, um eine gesündere, gerechtere Welt für alle zu schaffen."

kg