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Hexal-Erben Reicher als Aldi-Familie: Biontech-Investment macht Zwillinge zu den reichsten Deutschen

Die Zwillinge Andreas und Thomas Strüngmann (hier im Jahr 2003) machten ihre ersten Milliarden mit dem Pharmahersteller Hexal
Die Zwillinge Andreas und Thomas Strüngmann (hier im Jahr 2003) machten ihre ersten Milliarden mit dem Pharmahersteller Hexal
© Andreas Pohlmann/ / Picture Alliance
Die Aktie des Vakzin-Herstellers Biontech steigt und steigt. Für die beiden frühesten Investoren hat sich das besonders gelohnt: Die Zwillinge Thomas und Andreas Strüngmann besitzen knapp die Hälfte des Unternehmens.

Es ist ein Börsenkurs, von dem die meistem Investoren kaum zu träumen wagen: Seit Ende März hat sich der Wert von Biontech-Aktien mehr als vervierfacht, stieg von knapp 80 auf heute 388 Euro pro Anteil. Die größten Profiteure des Booms sind dabei die beiden Brüder Thomas und Andreas Strüngmann. Sie haben das Unternehmen bei der Gründung unterstützt - und ernten nun die Früchte des Erfolges.

Denn der gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer vertriebene Impfstoff gegen Covid-19 hat das Vermögen der beiden in ungeahnte Höhen getrieben. Ihre Firmenanteile, die laut Investorenbericht 47 Prozent der Biontech-Aktien ausmachen, sind nach aktuellem Börsenkurs 42,3 Milliarden Euro wert. Damit wären die beiden Brüder gemeinsam die reichsten Deutschen - selbst wenn man nur ihre Anteile an Biontech und nicht das übrige Vermögen betrachtet.

Das Magazin "Forbes" listet jeden der beiden mit einem individuellen Vermögen von jeweils 31 Milliarden Dollar, das entspricht 26 Milliarden Euro. Einzeln teilen sie sich damit Platz zwei der Liste der reichsten Deutschen. Steigt der Kurs, könnten sie bald die 33,3 Milliarden Dollar Vermögen der erstplatzierten Aldi-Erben Beate Heister und ­Karl Albrecht Junior auch einzeln knacken. Rechnet man die Brüderpaare zusammen, sind die Stügermanns schon jetzt reicher als die Aldis: Theo Albrecht Junior kann "nur" 17 Milliarden Dollar beitragen.

Wette mit gigantischem Erfolg

Dass Biontech einmal zu einem der wichtigsten Hersteller eines neuartigen Impfstoffs gegen eine weltweite Pandemie werden würde, war zur Zeit ihres Investments noch in keiner Form abzusehen. Als die Firmengründer Özlem Türeci und Uğur Şahin 2007 Kapitalgeber suchten, wollten sie die mRNA-Technologie noch für den Einsatz in Krebsmitteln nutzen. In den beiden Brüdern fanden sie zwei Investoren, die an die Technologie glaubten - und das passende Kleingeld mitbrachten.

Das hatten die Brüder aus dem Verkauf ihres vorherigen Unternehmens: In den Achtziger Jahren gründeten sie Hexal, eines der bekanntesten deutschen Pharmaunternehmen. Schon 2005 katapultierte es sie in die Liste der deutschen Milliardäre: Für den Verkauf erhielten sie sieben Milliarden Dollar. Doch zur Ruhe setzen wollten sie sich nicht. Stattdessen investierten sie das Geld in Medizin-Start-ups. 2007 stiegen sie in das ebenfalls von Özlem Türeci und Uğur Şahin gegründete Unternehmen Ganymed ein, verkauften es 2016 wieder. Als 2008 Biontech gegründet wurde, lieferten die Brüder mit 180 Millionen Euro die Startfinanzierung.

Das Geschäft mit der Medizin liegt den Zwillingen in der Familie. Ihr Vater Ernst Strüngmann baute ab den Fünfziger Jahren ein Pharmaunternehmen auf, die beiden Söhne übernahmen die Leitung des Unternehmens, bevor sie Hexal gründeten. Beide bereiteten sich genau auf ihre Karriere vor: Thomas ist studierter Betriebswirt, Andreas Mediziner.

Quellen: Forbes, Bloomberg

mma

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