Börsen auf Talfahrt Dax und Nikkei stürzen ab


Wirtschaft im Abwärtssog: Der Dax ist zeitweilig auf den tiefsten Stand seit November 2003 gefallen. In Tokio ging der Nikkei-Index mit 7086 Zählern aus dem Handel gegangen - das ist der niedrigste Stand seit 26 Jahren. Zudem stieg die Zahl der Firmenpleiten in Japan im Februar zum neunten Mal in Folge an.

Der Dax hat zum Wochenbeginn seine Talfahrt fortgesetzt und ist auf ein Fünfeinhalbjahres-Tief gefallen. Der Leitindex rutschte zeitweilig bis auf 3588 Punkte ab, der tiefste Stand seit November 2003. Am frühen Montagmittag notierte er noch 1,2 Prozent tiefer bei 3622 Zählern. "Es gibt keinen Grund, warum es hoch gehen sollte", sagte ein Händler. "Wir sind mittendrin in der Krise." Belastend wirkten Börsianern zufolge auch Aussagen von EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark, wonach die Wirtschaft erst 2010 wieder wachsen wird. Viele Marktteilnehmer hätten bislang auf eine Erholung der Konjunktur noch in diesem Jahr gesetzt.

Zuvor war bereits die Börse in Tokio angesichts der Sorge um den globalen Finanzsektor und die japanische Wirtschaft auf Talfahrt gegangen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte auf den tiefsten Stand seit 26 Jahren. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer einen Verlust von 87,07 Punkten oder 1,21 Prozent beim Stand von 7086 Punkten. Der breit gefasste Topix büßte ebenso klar 10,86 Zähler oder 1,51 Prozent auf 711 Punkte ein.

Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise ist die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Japan im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,38 Prozent auf 1318 gestiegen, wie die Kreditforschungsagentur Tokyo Shoko Research vor Börsenschluss bekanntgab. Damit stiegen die Pleiten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im nunmehr neunten Monat in Folge an. Wie das Finanzministerium in Tokio zudem bekanntgab, bescherte ein heftiger Exporteinbruch und der Höhenflug des Yen Japan im Januar erstmals seit 13 Jahren ein Defizit in der Leistungsbilanz.

Der Fehlbetrag belief sich auf den Rekordwert von 172,8 Milliarden Yen (1,4 Milliraden Euro). Japans Exporte waren in Folge der Weltwirtschaftskrise um 46,3 Prozent auf 3,3 Billionen Yen geschrumpft und damit im nunmehr vierten Monat in Folge. Die Einfuhren nach Japan sanken im dritten aufeinanderfolgenden Monat um 31,7 Prozent auf 4,1 Billionen Yen.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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