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Börsen und Weltwirtschaft: Der inszenierte Crash

Der Kurssturz an den Börsen hat mit realer Wirtschaft nichts zu tun. Ratingagenturen und Spekulanten vollführen ein absurdes Theater. Die Politik darf nicht darauf hereinfallen.

Ein Gastbeitrag von Thomas Straubhaar

Wie lange eigentlich lassen sich Medien, Öffentlichkeit und damit Politik und Regierungen noch von den Finanzmärkten durch den Ring führen? Da stuft die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit der USA leicht herunter und prompt reagieren die Börsenkurse wie erwartet: Sie brechen ein. Optimismus verschwindet, Pessimismus gedeiht. Die Medien sind aufgescheucht, die Politik ist alarmiert.

Als wäre das Schuldenproblem der USA eine über Nacht entstandene, völlig neue und entsprechend überraschende Erscheinung, einer Naturkatastrophe ähnlich, die im Schlaf über eine Bevölkerung hereinbricht und am Morgen eine Schneise von Verwüstung, Not und Elend hinterlässt. Das Gegenteil ist der Fall. Seit einem Jahrzehnt hat sich die amerikanische Tragödie angekündigt, wurde ein Konsumrausch auf Pump durch Kredite finanziert, wurden weltweit zu teure militärische Konflikte in Kauf genommen und mussten nach der Immobilien- und Finanzmarktkrise milliardenschwere Hilfsprogramme zur Rettung von überschuldeten Banken und Versicherungen auf den Weg gebracht werden. Die amerikanische Schuldenkrise kam nicht aus dem Nichts. Sie folgte einer langen Ankündigung.

Woher stammt die Hektik auf den Finanzmärkten in den vergangenen Tagen? Wieso bedurften kluge, gut informierte und selbstständig agierende Finanzmarktanalysten einer leichten Korrektur der amerikanischen Kreditwürdigkeit, um ihre Portfolios in derart fundamentaler Art umzuschichten? Wieso hatten sie nicht lange vorher erkannt, dass weltweit Schulden aufgetürmt wurden, die früher oder später zur Lawine werden mussten?

Wie konnte es sein, dass die - den Finanzmärkten zugeschriebene - perfekte Informationsverarbeitung die Aktienindizes in Amerika und Europa bis Ende Juli auf immer höhere Niveaus trieb, obwohl da die makroökonomischen Probleme der Staatsverschuldung bereits dieselben waren wie heute? Und was hat es mit rationalem Verhalten zu tun, wenn innerhalb von Tagen eine Korrektur der Börsenindizes um 20 Prozent stattfindet und am 9. August der Dax zunächst 9 Prozent einbrach, bevor er Stunden später wieder um 8 Prozent stieg? Spricht das nicht eher für Herdenverhalten, Eigendynamik, emotionale Panik und automatisierte Verhaltensregeln?

Das Eigenleben der Akteure

Finanzmärkte sind offenbar nicht so effizient, wie es das Lehrbuch sie erscheinen lässt. Vielmehr folgen Entscheidungen der Finanzmarktakteure einem Eigenleben und Eigeninteressen. Viele Händler und Vermögensverwalter haben an einem starken Auf und Ab der Börsenkurse Interesse, weil sie an jeder einzelnen Transaktion mitverdienen. Volatilität ist dann eine gerne genutzte Rechtfertigung, Portfolios umzuschichten, zu kaufen oder zu verkaufen und damit Provisionen oder Gebühren einzustreichen.

Dramatischer aber ist, dass heute geltende Regulierungen zu Insidergeschäften und Absprachen geradezu einladen, um auf fallende Börsenkurse zu wetten. Wenn das Urteil einzelner Ratingagenturen in der Lage ist, einen Börsen-Crash auszulösen, dann muss die Versuchung groß sein, mit dem Wissen einer Bonitätsänderung und einem geschickt inszenierten Finanztheater prächtig Geld zu verdienen. Dabei sieht das Drehbuch folgenden Ablauf vor: Bevor auf dem weiten Parkett der Weltbörsen eine große Aufführung geboten wird, treffen sich hinter der Bühne still und heimlich ein Bonitätswächter und ein Spekulant. Der Bonitätswächter kündigt an, ein Land in der Kreditwürdigkeit herabzustufen. Daraufhin verkauft der Spekulant blitzartig große Pakete der betroffenen Staatsanleihen "leer". Das heißt, er verkauft heute zu hohen Kursen Staatsanleihen, die er noch gar nicht besitzt, die er später, wenn die Kurse gefallen sein werden, zu günstigen Preisen kaufen wird.

Die Vorstellung beginnt

Dann öffnet sich der Vorhang, es folgt der erste Akt. Nun gibt der Bonitätswächter einem gebannt zuhörenden Weltpublikum die Herabstufung der Kreditwürdigkeit eines Landes öffentlich bekannt. Der zweite Akt ist durch allgemeine Hektik und Panik geprägt. Er beginnt mit der Erwartung fallender Kurse und endet mit einer Selbsterfüllung genau dieser Prognose. Im dritten Akt kauft der Spekulant zu günstigen Kursen jene Staatspapiere, die er vor Vorstellungsbeginn bereits weiterverkauft hatte. Im Epilog treffen sich - wiederum außerhalb des Scheinwerferlichts - Bonitätswächter und Spekulant und freuen sich diebisch über den Gewinn, der durch die erfolgreiche Wette auf Kursverluste, die sie selber angeheizt hatten, möglich wurde.

Der Börsen-Crash der letzten Tage hat mit tatsächlichen realen Veränderungen der Wirtschaft wenig bis gar nichts zu tun. Er hat Vermögen in Billionenhöhe vernichtet. Das ist schmerzlich für die Betroffenen. In der realen Wirtschaft finden die Chaostage der Finanzmärkte jedoch kein Spiegelbild: Weder Firmen, Maschinen, Anlagen noch die Infrastruktur sind zerstört worden. Genauso war, ist und bleibt die Staatsschuldenkrise eine bedrohliche Herausforderung. Sie kann mit Sicherheit eher bewältigt werden, wenn sich Medien, Öffentlichkeit und Politik von einem inszenierten Finanztheater nicht anstecken lassen.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.