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Börsenhandel: Dax und Dow Jones legen zu

Trotz dünnen Umsätzen konnte der deutsche Leitindex Dax kräftig zulegen und die Verluste aus der vergangenen Woche wieder aufholen. In den USA legte auch der Dow-Jones-Index zu. Zu den guten Abschluss dürfte der neue US-Präsident Barack Obama beigetragen haben.

Der Dow-Jones-Index hat am Montag zum zweiten Mal in Folge mit deutlichen Kursgewinnen geschlossen. Beflügelt von der Aussicht auf ein breit angelegtes US-Infrastrukturprogramm zur Belebung der Wirtschaft übersprang der Leitindex kurz die Marke von 9000 Zählern und ging schließlich so hoch wie seit Anfang November nicht mehr aus dem Handel. Auch die Hoffnung auf einen Rettungsplan für die angeschlagenen US-Autobauer habe die Kurse in die Höhe getrieben, sagten Börsianer.

Der Dow-Jones-Index gewann 3,46 Prozent auf 8934,18 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index legte um 3,84 Prozent auf 909,70 Zähler zu. Der Nasdaq Composite-Index rückte um 4,14 Prozent auf 1571,74 Punkte vor. Der NASDAQ 100 schloss mit plus 4,01 Prozent bei 1225,06 Zählern.

Zuvor konnte bereits der Deutsche Aktienindex Dax punkten. Es war am Montag kräftig gestiegen und hatte seinen gesamten Verlust der vergangenen Woche mehr als wettgemacht. Gestützt auf positive Impulse aus Übersee schloss der deutsche Leitindex mit einem Plus von 7,63 Prozent auf 4715,88 Punkte. Händler sprachen jedoch von "recht dünnen Umsätzen". Der Mdax mittelgroßer Werte legte ebenfalls kräftig zu und gewann 5,98 Prozent auf 5255,59 Zähler. Der Tecdax kletterte um 5,38 Prozent auf 492,25 Punkte nach oben.

"Der Dax ist trotz seines vierprozentigen Kursrutsches allein am Freitag letztendlich längere Zeit auf der Stelle getreten, so dass wir nun wieder eine kleine Abkehr davon gesehen haben", sagte ein Händler aus Frankfurt. Möglicherweise hätten Aussagen des künftigen US-Präsidenten Barack Obama geholfen, der angesichts der düsteren US-Wirtschaftsaussichten die Konjunktur mit einem riesigen Investitionsprogramm wieder ankurbeln will.

Zu den größten Gewinnern im DAX zählten Titel der Allianz, die um 12,62 Prozent auf 73,96 Euro stiegen. Der US-Finanzdienstleister Hartford Financial, bei dem der deutsche Versicherer jüngst für 2,5 Milliarden Dollar eingestiegen ist, hatte am Freitagnachmittag seine Prognose für 2008 angehoben. Zudem sprach er von einer guten operativen Entwicklung im schweren Marktumfeld.

Titel der Deutschen Börse gewannen 10,98 Prozent auf 56,01 Euro. Nach vier relativ friedlichen Jahren ist es wieder turbulent geworden beim Frankfurter Marktbetreiber. Am Wochenende waren Fusionsgespräche mit der transatlantischen Börse NYSE Euronext an die Öffentlichkeit gedrungen. Am Sonntag hatte die Börse die Gespräche dann bereits als "ohne Ergebnis beendet" bezeichnet. Außerdem standen bei einer Aufsichtsratssitzung die Wahl eines neuen Chefs des Gremiums und die Kostenprognose für 2009 auf der Agenda. Es wird damit gerechnet, dass der Ex-Finanzchef von DaimlerChrysler, Manfred Gentz, die Aufgaben von Kurt Viermetz übernehmen soll, der vor einigen Wochen auf Druck der Großaktionäre, der Hedgefonds TCI und Atticus, seinen Rückzug angekündigt hatte.

Aktien von Infineon waren dagegen Schlusslicht im Leitindex mit einem Minus von 6,38 Prozent auf 0,880 Euro. Im Überlebenskampf der Speicherchip-Tochter Qimonda ist zwischen dem Mutterkonzern Infineon und dem Freistaat Sachsen ein heftiger Streit entbrannt. Infineon müsse zu seiner Verantwortung für Qimonda stehen und für die Rettung konstruktive Vorschläge auf den Tisch legen, forderte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD).

Aktien von Hochtief zählten im Mdax mit einem Plus von 16,10 Prozent auf 30,94 Euro zu den Favoriten. Der Bau- und Dienstleistungskonzern hat über seine Tochtergesellschaften Leigthon und Turner Großaufträge in Dubai und USA in einem Gesamtvolumen von knapp 1,2 Milliarden Euro erhalten.

Der Eurostoxx 50 schoss um 8,76 Prozent auf 2449,28 Zähler in die Höhe. Auch die Börsen in Paris und London legten deutlich zu. Die US-Börsen zeigten sich zum Handelsschluss in Europa ebenfalls sehr fest und verbuchten Gewinne von etwas mehr als drei Prozent.

Am Rentenmarkt kletterte die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,08 (Freitag: 2,96) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,81 Prozent auf 120,89 Punkte. Der Bund Future verlor 0,66 Prozent auf 123,02 Zähler. Der Eurokurs stieg bis zum Abend über 1,29 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2854 (Freitag: 1,2665) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7780 (0,7896) Euro.

DPA / DPA