Computerbranche Grau ist die Hoffnung


Im vergangenen Jahr ist der Umsatz mit PC- und Videospielen kräftig gestiegen. Um weiter zu wachsen, setzt die Branche ihre Hoffnungen auf bisher vernachlässigte Käufergruppen.

Die Nachfrage nach Spielen für Konsolen und PCs ist in Deutschland weiter ungebrochen. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz mit PC- und Videospielen um 13 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro gewachsen, teilte der IT-Branchenverband Bitkom mit. Dabei gewannen die Spielekonsolen weiter an Popularität, der Verkauf von PC-Spielen stagnierte jedoch, wie Bitkom-Präsidiumsmitglied Manfred Gerdes in einer Telefonkonferenz erläuterte.

Nicht berücksichtigt in den Zahlen sind die Umsätze mit Handy-und Online-Spielen. Diese könnten Gerdes zufolge aber mittelfristig zu Umsatzbringern für die Branche werden. Vor allem der schnelle Mobilfunkstandard UMTS mache das Herunterladen von Spielen auf das Handy immer einfacher. 2005 hätten die Deutschen voraussichtlich für etwa 54 Millionen Euro rund 15 Millionen Spiele auf ihre Mobiltelefone geladen. Zwar seien andere Handy-Dienste wie Logos und Klingeltöne hierzulande noch beliebter, aber mittlerweile gehe beim Herunterladen jeder dritte Euro in die Kasse der Spielehersteller.

Frauen und Senioren als neue Zielgruppe

Im neuen Jahr setzt die Branche auf Wachstum bei mobilen Spielen für Handys oder tragbare Konsolen sowie bei der Erschließung von neuen Zielgruppen. Gerade Frauen oder Ältere wurden in der Vergangenheit oft vernachlässigt. "Das hat die Industrie erkannt", sagte Gerhard Müller, Partner bei Ernst & Young, deren Studie "Digitale Spiele in Deutschland - Trends und Perspektiven" der IT-Verband vorstellte. Noch lange nicht ausgeschöpft sei das Segment der Online-Spiele, bei denen sich die Teilnehmer über das Internet zusammenfinden und gegen- oder miteinander antreten. "Diese Einnahmequelle bleibt deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück", sagte Müller. Die Mitspieler müssen sich auf einer Spieleplattform anmelden und zahlen für einzelne Elemente des Spiels extra.

Reuters Reuters

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