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Nix ist wie vor Corona Das neue Shopping-Normal: Wie sich das Einkaufsverhalten der Deutschen ändert

Shopping
Die Einkaufsstraßen sind wieder voll, doch viele kaufen weiterhin lieber online
© Getty Images
Die Fußgängerzonen füllen sich, die Deutschen shoppen wieder, was das Zeug hält – viele aber lieber online als im Laden. Eine Umfrage zeigt die veränderten Vorlieben.

Ob es nun an der Mehrwertsteuersenkung liegt oder der Tatsache, dass der Urlaub in diesem Jahr etwas kleiner ausfällt und Budget übrig bleibt. Fest steht: Die meisten Deutschen haben den ersten Corona-Schock aus den Gliedern geschüttelt und geben wieder gerne Geld aus.

Das von der GfK erhobene Konsumklima, das die Kauflaune der Verbraucher misst, verbesserte sich im Juli spürbar. Und auch eine Umfrage der Shoppingplattform MyDealz belegt diesen Trend nun eindrucksvoll. In dieser gab mehr als jeder Zweite an, aktuell wieder genauso viel Geld für den alltäglichen Konsum auszugeben wie vor der Corona-Pandemie. Und: Jeder Vierte der 1200 Befragten gibt derzeit sogar mehr Geld aus als vor Ausbruch der Krise.

Onlineshopping als neues Normal

Allerdings: Das Geld landet in anderen Kassen als früher. Denn der Trend zum Onlineshopping hat das Ende des Lockdowns überdauert. Auch wenn die Fußgängerzonen vielerorts schon wieder erstaunlich voll sind, kaufen die Menschen unterm Strich doch deutlich weniger im Laden als früher. 54 Prozent der Verbraucher kaufen laut MyDealz-Umfrage aktuell seltener im Einzelhandel ein als vor der Pandemie, nur 11 Prozent öfter.

Selbst in den Supermarkt gehen – nach dem Hamsterkaufrausch im März – heute 37 Prozent seltener als vor Corona (12 Prozent öfter), gleiches gilt für den Wochenmarkt (22 Prozent seltener, 7 Prozent öfter). Im Internet dagegen kaufen trotz Öffnung aller Geschäfte nach wie vor 40 Prozent öfter ein als vor der Pandemie (12 Prozent seltener). Onlineshopping ist das neue Normal.

Und das gilt längst nicht mehr nur für Elektronikartikel. In einer aktuellen internationalen Umfrage des Beratungsunternehmens Publicis Sapient waren die von den Verbrauchern bevorzugten Onlineartikel Kleidung und Schuhe, gefolgt von Haushaltswaren. Erst dann folgten Elektronikartikel gleichauf mit Beauty- und Pflegeprodukten.

Mehrwertsteuersenkung hilft vielen Läden nicht

Der deutsche Einzelhandel profitiert zudem wohl weit weniger von der Mehrwertsteuersenkung als erhofft. Laut einer Umfrage des Handelsverbands HDE bewerten abgesehen vom Lebensmittelhandel nur 13 Prozent der Unternehmen die Steuersenkung als wirksame Maßnahme, um den Konsum anzukurbeln. Vor allem die Modeunternehmen haben nach wie vor zu kämpfen. "Der Wumms, den man von der Mehrwertsteuersenkung erwartet hat, ist bei uns im Modehandel nicht angekommen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Textil (BTE), Rolf Pangels, der DPA. Kein Wunder, fallen doch die 2 bis 3 Prozent weniger Mehrwertsteuer bei den im Sommerschlussverkauf üblichen Rabatten kaum ins Gewicht.

Besser sieht es für die Anbieter höherpreisiger Waren aus. Laut GfK plant jeder dritte Deutsche wegen der Mehrwertsteuersenkung größere Anschaffungen vorzuziehen. Der Verband der deutschen Möbelindustrie berichtet bereits von einer erhöhten Nachfrage. Dies führt er zum einen auf die Steuersenkung zurück, zum anderen darauf, dass es sich die Deutschen in der Corona-Krise gerne zu Hause gemütlich machen.

Quellen: DPA/ MyDealz / GfK / Publicis Sapient


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