HOME

Der Kranich im Sinkflug: Statt Lufthansa nutzen Geschäftsreisende vermehrt Billigflieger

Niedrige Flugpreise, Pilotenstreik und Flugausfälle haben der Lufthansa anhaltende rote Zahlen im Passagiergeschäft beschert. Der Konzern verbuchte im ersten Quartal ein operatives Minus von 373 Millionen Euro.

Die Lufthansa kommt im kriselnden Passagiergeschäft nicht aus den roten Zahlen. Einschließlich der im Ausland neu übernommenen Töchter Austrian und BMI verbuchte der Konzern in dem Bereich im ersten Quartal ein operatives Minus von 373 (Vorjahr: minus 30) Millionen Euro, wie Lufthansa am Mittwoch mitteilte. Grund sind neben einmaligen Belastungen wie dem Pilotenstreik und Flugausfällen durch den harten Winter die anhaltend niedrigen Flugpreise: Die Durchschnittserlöse blieben mit einem Plus von 0,2 Prozent auf dem niedrigen Niveau des Vorjahreszeitraums. Vor allem Geschäftsreisende wollen nicht mehr so viel Geld für ihren Flug auf den Tisch legen und steigen zunehmend zu Billigfliegern um.

Zudem lasteten die Töchter Austrian mit einem operativen Verlust von 66 Millionen Euro und bmi mit einem Minus von 45 Millionen Euro auf der Bilanz. Die Treibstoffkosten stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 330 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro. Durch den Börsengang des Buchungssystemanbieters Amadeus erlöst Lufthansa bis zu 97 Millionen Euro.

Bei der zuvor heftig von der Krise gebeutelten Frachttochter Cargo verbuchte Lufthansa im ersten Quartal jedoch einen operativen Gewinn von 35 Millionen Euro nach einem Verlust von 72 Millionen Euro. Die Kurzarbeit an den deutschen Standorten werde wegen der guten Entwicklung ab sofort beendet, hieß es.

Angesichts der Verluste im Kerngeschäft mahnte Finanzvorstand Stephan Gemkow weiter einen harten Sparkurs an. "Eine Erholung der Nachfrage reicht nicht für ein gutes Ergebnis", sagte er. Bis 2011 will der Konzern im Passagiergeschäft eine Milliarde Euro einsparen.

Reuters / Reuters