Deutsche Bahn "Die Ausweise, bitte!"


Mit dem Weiterverschenken von Schönes-Wochenende-Tickets ist jetzt Schluss. Um diesen Missbrauch zu unterbinden, hat die Bahn sich etwas Neues ausgedacht: Der Fahrschein allein reicht nicht mehr aus.

Die Deutsche Bahn will die Weitergabe von Schönes-Wochenende-Tickets erschweren. Seit dem 1. April muss das Ticket mit dem Namen eines der Reisenden versehen sein. "Der Fahrgast mit der längsten Strecke muss auf dem Fahrschein seinen Namen eintragen", sagte Bahn-Sprecherin Monika Bloch zu stern.de. Dafür gebe es ab sofort ein Namensfeld auf den Tickets.

Das Schönes-Wochenende-Ticket gilt jeweils Sonnabend oder Sonntag für bis zu fünf Personen in allen Nahverkehrszügen. Alternativ kann das Ticket von Eltern- bzw. Großeltern mit beliebig vielen eigenen Kindern bzw. Enkeln unter 15 Jahren genutzt werden. Die Neuregelung gilt auch für die so genannten "Ländertickets" wie Schleswig-Holstein-Ticket, Bayern- oder Baden-Württemberg-Ticket, die zu ähnlichen Bedingungen auch an Wochentagen gelten.

Das Ticket ist nicht übertragbar

Die Bahn will mit der Änderung die Möglichkeit unterbinden, Schönes-Wochenende-Tickets nach Gebrauch an andere Fahrgäste weiterzugeben. Auch zuvor waren die Fahrkarten nicht übertragbar, es gab aber keine wirksame Kontrollmöglichkeiten. Jetzt kann der Schaffner die Identität des Reisenden überprüfen. "Bei Aufforderung muss der Fahrgast seinen Ausweis vorzeigen", sagte Bloch. Sie sieht darin keine große Mehrbelastung für ihre Fahrgäste: "Unsere ehrlichen Kunden werden kein Problem damit haben, ihren Namen auf dem Ticket einzutragen". Wer sich allerdings auch nach Aufforderung des Schaffners weigere, seinen Namen auf das Ticket zu schreiben, werde wie ein gewöhnlicher Schwarzfahrer behandelt.

Das Namensfeld ist jedoch noch nicht auf allen Fahrscheinen vorhanden. Da das Layout der Tickets verändert wurde, werden die Automaten sukzessive nachgerüstet. Wer am Automaten einen Fahrschein kauft, auf dem kein Namensfeld vorhanden ist, muss trotzdem keine Angst vor Kontrollen haben. "Er braucht gar nichts machen. Einfach in den Zug steigen, fahren", sagte Bloch.

Anja Schulte-Lutz

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