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Neue Strategie: Deutsche Bank spielt Aufspaltung durch

Die Deutsche Bank ist im Umbruch. Wohin die Reise genau geht, ist noch offen. Radikale Einschnitte im Privatkundengeschäft werden aber immer wahrscheinlicher.

Vor allem das Privatkundengeschäft bereitet der Deutschen Bank sorgen

Vor allem das Privatkundengeschäft bereitet der Deutschen Bank sorgen

Die Deutsche Bank steht vor tiefgreifenden Einschnitten. Der radikalste Vorschlag in der Debatte über die künftige Ausrichtung des Dax-Konzerns sehe die Abspaltung des kompletten Privatkundengeschäfts vor, berichteten mehrere Zeitungen am Montag übereinstimmend. Der Vorstand habe dem Aufsichtsrat am Freitag drei Modelle vorgestellt. Entschieden werden solle spätestens bis zur Hauptversammlung am 21. Mai.

Aufsichtsratschef Paul Achleitner sagte am Montag auf einer Konferenz in Berlin, der Vorstand habe dem Kontrollgremium mehrere Modelle vorgelegt, wie Deutschlands größtes Geldhaus in die Zukunft gehen könnte. Welche Szenarien auf dem Tisch liegen, wollte Achleitner nicht sagen. Er betonte aber: "Die Bank arbeitet seriös und detailliert daran, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln." Diese werde nicht nur bis 2018 reichen, sondern eine längere Perspektive haben.

Seit Wochen feilt das Deutsche-Bank-Management am künftigen Kurs des größten deutschen Geldhauses. Dabei soll ohne Tabus geprüft werden, auf welche Geschäfte sich das Institut künftig konzentriert und was angesichts schwacher Gewinne sowie immer strengerer Regeln und Kapitalanforderungen nicht mehr gemacht wird. Zuletzt gab es dabei immer wieder Spekulationen über die Zukunft der Postbank.

Drei Optionen

Die erste der drei Optionen sieht den Berichten zufolge nun vor, dass die Grundstruktur als Universalbank erhalten bleibt und die Deutsche Bank weiterhin praktisch alle Geschäfte vom Privatkundengeschäft bis zum Investmentbanking betreibt. Für diesen Fall sei ein erneuter Sparkurs vorgesehen. Unter anderem würde dann die Postbank, die immer noch als eigenständige Tochter an der Börse notiert ist, komplett in den Konzern integriert, um Doppelstrukturen abzubauen.

Variante zwei beinhaltet den Berichten zufolge schnellere Einschnitte. Laut "Süddeutscher Zeitung" und "Welt" würde dabei die Bilanzsumme von 1,7 Billionen Euro rasch um 400 Milliarden Euro verkleinert. Die Postbank würde verkauft oder große Anteile der Bonner Tochter würden wieder an die Börse gebracht. Aber auch das Investmentbanking müsste um 150 Milliarden Euro schrumpfen.

Der klarste Schritt wäre die Aufspaltung der Bank und der Rückzug aus dem Privatkundengeschäft. Dieses könnte in einer neuen Gesellschaft mit den Marken Postbank und Deutsche Bank an die Börse gebracht werden. Übrig blieben in der Deutschen Bank das Investmentbanking, das Zahlungsverkehrsgeschäft und die Vermögensverwaltung.

Laut "Welt" favorisieren Arbeitnehmervertreter die dritte Variante, weil damit dramatische Einschnitte bei Produkten und Arbeitsplätzen wohl ausblieben. Das "Handelsblatt" schreibt, dies sei intern das bevorzugte Modell. Allerdings würde dem Gesamtkonzern dann künftig die Einlagen der Privatkunden als wichtige und besonders stabil geltende Refinanzierungsquelle fehlen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters