SpaceX-Börsengang
Ist Elon Musk bald der erste Billionär?

Elon Musk
Legt die Messlatte höher: Weltraumunternehmer Elon Musk
© Sebastian Gollnow / DPA

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Elon Musk ist schon der reichste Mann des Planeten. Bald aber könnte der Tech-Unternehmer eine absurde Marke knacken – ausgerechnet mit einer Firma, die rote Zahlen schreibt.

Elon Musks Weltraumfirma SpaceX will bei ihrem Rekord-Börsengang rund 75 Milliarden US-Dollar einnehmen. Mit einem Ausgabepreis von 135 Dollar strebt das verlustreiche Unternehmen aus dem Stand eine Gesamtbewertung von nahezu 1,8 Billionen Dollar an. Musks Vermögen dürfte mit dem Börsengang – zumindest auf dem Papier – die Marke von einer Billion Dollar überschreiten. 

Der Multimilliardär wird mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent auch nach dem Börsengang die volle Kontrolle über SpaceX behalten. Basis dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten. 

Den Investoren wird die SpaceX-Aktie als große Wette auf die Innovationskraft Musks verkauft – ähnlich wie auch bei dem ebenfalls von ihm geführten Elektroautobauer Tesla. Musk spricht von Flügen zum Mars, einer Stadt auf dem Mond und KI-Rechenzentren im All.

Elon Musk wäre der erste Billionär – zumindest theoretisch

Musks Kapitalanteil an SpaceX wird zum Ausgabepreis rund 866,5 Milliarden Dollar wert sein. Er hält auch Tesla-Aktien im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar. Musk wäre damit der erste Mensch mit einem Billionen-Vermögen. Da sein Reichtum fast ausschließlich aus Aktien besteht, ist es allerdings mehr ein theoretischer Wert, den Musk nicht ohne Weiteres flüssig machen könnte.

Anders als bei vielen anderen Börsengängen legte SpaceX den Ausgabepreis selbst fest. Üblicherweise nennen Unternehmen zunächst eine Spanne – und ermitteln den Preis dann basierend auf dem Interesse der Investoren. Händler fiebern dem Börsengang bereits seit Wochen entgegen. "Rund 14 Milliarden Dollar sind in Fonds mit SpaceX-Bezug geflossen, seit Musk den Börsengang bestätigt hat", schreiben zwei britische Börsenbeobachter unter dem Nutzerkonto GagolaValueCapital im Onlinedienst X. „Das hat es noch nie gegeben.“ 

Die Rekord-Ambitionen beim SpaceX-Börsengang kommen nicht überraschend. Die Zahlen aus dem aktualisierten Börsenprospekt entsprechen den Eckpunkten, die zuvor in Medienberichten genannt wurden. Beim bisher größten Börsengang nahm die saudi-arabische Ölfirma Aramco im Jahr 2019 gut 29 Milliarden Dollar ein.

SpaceX macht weiter hohe Verluste

Ab Donnerstag steht zunächst die sogenannte Roadshow an: Führungskräfte von SpaceX reisen von Stadt zu Stadt und schalten sich zu Videokonferenzen hinzu, um das Unternehmen großen institutionellen Investoren wie Pensionsfonds oder Hedgefonds vorzustellen – aber auch privaten Kleinanlegern. Am 12. Juni will Musks Konzern dann unter dem Kürzel SPCX an der Technologiebörse Nasdaq abheben. Dann kann auch die breite Masse Aktien des Konzerns mit Sitz in Starbase im US-Bundesstaat Texas zeichnen. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht will SpaceX mehr als 555 Millionen Aktien zum Einheitspreis von 135 Dollar ausgeben.

Die reinen Geschäftszahlen von SpaceX stehen in einem krassen Kontrast zu dem angestrebten Börsenwert – die Anleger sollen eher für die Hoffnung auf künftige Erfolge zahlen. So gab es im vergangenen Jahr rote Zahlen von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar (gut 16 Milliarden Euro). Ein Grund für das Minus sind die hohen Kosten für die Entwicklung der großen Rakete Starship. Der zentrale Geldbringer von SpaceX ist der Satelliteninternet-Dienst Starlink. Das Unternehmen ist bislang für den Löwenanteil des Umsatzes verantwortlich: 2025 waren es 11,4 Milliarden Dollar – fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit der angestrebten Bewertung würde SpaceX zum Beispiel mehr auf die Börsenwaage bringen als der Facebook-Konzern Meta, der auf rund 1,6 Billionen Dollar Börsenwert kommt. Meta machte allerdings allein im vergangenen Quartal rund 26,8 Milliarden Dollar Gewinn bei gut 56 Milliarden Dollar Umsatz.

Weltraumunternehmen mit KI-Potenzial?

Den Raumfahrtmarkt dominiert SpaceX mit seinen Trägerraketen, mit der US-Raumfahrtagentur Nasa hat Musk lukrative Verträge abgeschlossen. Das Vorzeigeprojekt, die 124 Meter hohe Riesenrakete Starship, absolvierte nach Verzögerungen erst Ende Mai einen erfolgreichen Testflug, wenn auch mit kleineren Pannen. Auf Starship setzt die Nasa bei ihrem Plan, erstmals seit gut einem halben Jahrhundert wieder Menschen zum Mond bringen. Das reicht Musk jedoch nicht aus: Er will eine Mission zum viel weiter entfernten Mars.

Musk brachte in SpaceX auch seine KI-Firma xAI samt der Online-Plattform X ein. Der Konzern wurde bei dieser Fusion laut Medienberichten insgesamt mit 1,25 Billionen Dollar bewertet. Seit einiger Zeit gibt es Spekulationen, Musk könnte mit der Zeit auch einen Zusammenschluss von SpaceX und Tesla anstreben.

DPA · AFP
yks

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