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Trotz Steuersenkungen: Wie Donald Trumps Steuerreform der Deutschen Bank einen fetten Verlust einbrockte

Die meisten Großkonzerne profitieren massiv von Donald Trumps Steuersenkungen. Nicht so die Deutsche Bank: Sie macht statt 900 Millionen Euro Gewinn nun 500 Millionen Euro Verlust.

Donald Trumps Steuerreform kostet die Deutsche Bank 1,4 Milliarden Euro

Donald Trumps Steuerreform kostet die Deutsche Bank 1,4 Milliarden Euro

AFP

Ob Donald Trump tatsächlich "die größte Steuersenkung der US-Geschichte" durchgesetzt hat, wie der Präsident gewohnt großspurig behauptet, ist zwar umstritten. Unstreitig ist jedoch, dass vor allem große Konzerne massiv von der Reform profitieren. Dafür sorgt vor allem die gewaltige Reduzierung der Körperschaftssteuer von 35 Prozent auf 21 Prozent.

Bis zu 30 Prozent mehr Gewinn könnten Firmen dadurch einstreichen, rechnete die "Financial Times" im Dezember vor. Profitiert hat zum Beispiel Amazon: Von den fast zwei Milliarden Dollar Gewinn, die der Onlineriese im vergangenen Quartal einfuhr, waren allein 789 Millionen Dollar (etwa 630 Millionen Euro) eine direkte Folge der Steuersenkung.

Trumps Reform kostet Deutsche Bank 1,4 Milliarden

Doch nicht für alle Konzerne ist Trumps Reform ein Grund zum Jubeln. Zu den großen Verlierern zählt zum Beispiel die Deutsche Bank. Das größte deutsche Geldhaus verkündete am Freitag einen Gesamtjahresverlust für 2017 von 500 Millionen Euro. Ohne Trumps Steuerreform wäre nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr ein Gewinn von rund 900 Millionen Euro erzielt worden.

Für die Krise des Konzerns gibt es zwar viele Gründe. Geringere Erlöse, vor allem aus dem Investmentbanking, Rechtsstreitigkeiten und Umstrukturierungen hatten dem Geldinstitut 2015 einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro und 2016 ein Minus von 1,4 Milliarden eingebrockt. Doch ohne die US-Steuerreform wäre man 2017 immerhin wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. 

Weniger Abschreibungen möglich

Während Amazon die Reform schon jetzt über 600 Millionen Euro zusätzlichen Gewinn gebracht hat, kostet sie die Deutsche Bank also 1,4 Milliarden Euro. Wie kann das sein? Der Grund liegt in den Altlasten des Konzerns aus der Finanzkrise. Seit 2007 schiebt die Deutsche Bank, wie andere große Geldhäuser auch, Verluste aus der Finanzkrise vor sich her und verrechnet diese Jahr für Jahr mit den anfallenden Steuern. Dies ist nach der US-Steuerreform nur noch in geringerem Maße möglich.

Immerhin steht die Deutsche Bank - übrigens einer der größten Geldgeber der Trump-Firmen in den vergangenen Jahren - mit dem Problem nicht allein da. Auch andere Konzerne beklagen massive Einmalverluste aufgrund von Trumps Steuerreform. So muss etwa US-Riese Microsoft 13,8 Milliarden Dollar abschreiben, wohl vor allem wegen einer neuen Abgabe auf im Ausland geparktes Firmenvermögen. Langfristig dürften die in den USA tätigen Konzerne von den Steuersenkungen aber stark profitieren. Auch die Deutsche Bank erwartet für 2018 wieder einen Gewinn.