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Deutsche Bank: Ein wählerischer Jäger

Auf der Jagd nach Zukäufen hat die Deutsche Bank die Übernahme der Postbank und der Commerzbank ausgeschlossen. Laut Bank-Chef Ackermann sei die Größe nicht das Ziel.

Die Deutsche Bank rechnet mit weiteren Zusammenschlüssen großer Geldhäuser in Europa und will selbst zukaufen. Die Pläne der Deutschen Bank hätten aber nicht schiere Größe als Ziel, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, auf einer "Handelsblatt"-Konferenz in Frankfurt. "Schwer zu sein, ist nicht unbedingt ein Ziel." Die Bank sei groß genug, um international in jedem Bereich mitspielen zu können.

Eine Übernahme des Frankfurter Konkurrenten Commerzbank beispielsweise sei machbar, schaffe aber keinen Wert für die Aktionäre. "Diese Rechnung können wir bei der Commerzbank nicht machen", sagte Ackermann. Gleiches gelte auch für die Postbank. Entgegen jüngsten Spekulationen habe die Deutsche Bank kein Interesse an dem Erwerb des Bonner Instituts, Deutschlands größter Filialbank mit rund 15 Millionen Kunden. Die Deutsche Bank wolle mit einer nachhaltigen Rendite von 25 Prozent vor Steuern wachsen - aus eigener Kraft und mit gezielten Zukäufen im In- und Ausland.

Als Käufer unterwegs

Die Deutsche Bank war zuletzt selbst als Käufer unterwegs und erwarb in ihrem Heimatmarkt die Berliner Bank sowie die Filialen der Norisbank. Ackermann bekräftigte, die Deutsche Bank werde weiterhin nach Zukäufen in Schlüsselregionen und Produktbereichen Ausschau halten.

"Die Konsolidierung wird weitergehen", sagte der Deutsche-Bank-Chef mit Blick auf Europa. Dies gelte vor allem für das Privatkundengeschäft. Bislang seien große grenzüberschreitende Übernahmen in Europa weitgehend ausgeblieben. Ackermann ergänzte, eine Konzentration im europäischen Finanzsektor sei nötig. Deshalb begrüße er den geplanten Zusammenschluss von Sanpaolo IMI und Intesa. Auch unterstütze er die Pläne der Deutschen Börse für eine Fusion mit der Euronext.

Reuters / Reuters