Deutsche Bank Im Visier der Justiz


Die Anwälte der Deutschen Bank können derzeit über mangelnde Beschäftigung nicht klagen. Sowohl gegen den Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann wie auch gegen seine beiden Vorgänger wird ermittelt.

Es wird bereits straf- und zivilrechtlich ermittelt und auch die Staatsanwaltschaft ist bereits involviert. Nur in einem Fall steht dabei ein Deutsche-Bank-Spitzenmanager auch in dieser Funktion am Pranger, bei den beiden anderen geht es um Vorwürfe im Zusammenhang mit Aufsichtsratsmandaten.

Josef Ackermann

Der 57-jährige Schweizer wird beschuldigt, als Mannesmann-Aufsichtsrat nach der Übernahme des Unternehmens durch die britische Vodafone im Jahr 2000 unrechtmäßige Millionen-Prämien an dessen Manager abgesegnet zu haben. Das Düsseldorfer Landgericht sprach Ackermann und andere Angeklagte im Sommer 2004 zwar vom Verdacht der Untreue frei, der Bundesgerichtshof (BGH) hob dieses Urteil jedoch kurz vor Weihnachten wieder auf. Der Prozess muss nun erneut aufgerollt werden. Ackermann will trotz Rücktrittsforderungen von Aktionärsschützern an seinem Amt festhalten. Sein Vertrag wurde bereits bis 2010 verlängert.

Rolf Breuer

Mit Äußerungen über die mangelnde Kreditwürdigkeit des früheren Medienkonzerns Kirch zog sich der 68-jährige Banker 2002 den Zorn des Ex-Filmhändlers Leo Kirch zu. Dieser beschuldigte Breuer, die Insolvenz seines Unternehmens ausgelöst zu haben, und überrollte die Deutsche Bank sowie ihren von 1997 bis 2002 amtierenden Vorstandssprecher und heutigen Aufsichtsratschef mit einer Flut von Klagen. Der BGH gab Kirch in einem der Zivilverfahren teilweise Recht; allerdings muss in einem weiteren Prozess geklärt werden, ob tatsächlich ein Schaden entstand. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt in gleicher Angelegenheit gegen Breuer.

Hilmar Kopper

Der 70 Jahre alte Manager wurde 1989 nach der Ermordung von Alfred Herrhausen Vorstandssprecher und bekleidete das Amt bis 1997. In seiner Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender des Autokonzerns DaimlerChrysler ermittelt seit kurzem die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen ihn. Kopper soll Ackermann vor der Rücktrittsankündigung von DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp über dessen Pläne informiert und damit gegen Insiderregeln verstoßen haben. Die Deutsche Bank verkaufte als Anteilseigner des Autokonzerns flink ein großes Aktienpaket, nachdem der Kurs als Folge von Schrempps Rückzug kräftig gestiegen war.

DPA DPA

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